 Die lex Alamannor. tit. 99, 12 schlägt das Wehrgeld
eines zahmen Hausbären auf 6 solidi an - alles Beweise, dass man die Bären in
Deutschland zu schätzen wusste, auch ehe ihr Stammverwandter aus den Pyrenäen zum
Helden epischer Dichtung erhoben ward.
267 Flutterschnee, ein lockerer, leichter, nicht kompakter Schnee. S. Tobler,
Appenzell. Sprachschatz, 196.
268 Tubas alio quam ceteri villani clanctu inflare didicerant. Ekkeh. IV, casus
S. Galli, c. 3 bei Pertz, Monum. II, 103. Ein echter kanonischer Kuhreigen ist
übrigens trotz der Untersuchungen der Gelehrten nicht festgestellt und im
Gebirge schwanken die Ansichten derer, die als geborene Sachverständige ein
festes Urteil haben sollten, so, dass die einen behaupten, der Kuhreigen werde
gar nie mit Worten begleitet, während andere einen - jedenfalls alten und
eigentümlichen Text mit dem Refrain »loba! loba!« zu geben wissen. Dem Verfasser
wurde am Säntis auf die Frage nach dem Kuhreigen dadurch geantwortet, dass man
das Alphorn vom Rücken nahm und ihn blies, ohne ein Wort dazu zu singen oder zu
jodeln.
269 Ekkehardus autem, notularum peritissimus, paene omnia haec eisdem notavit in
tabula verbis etc. Ekkeh. IV, casus S. Galli, c. 16. Pertz, Mon. II, 140. Die
sanktgallische Handschrift 270 gibt nähere Auskunft über die verschiedenen Arten
von Geheimschrift, deren man sich allgemein bediente. S.W. Grimm, Über deutsche
Runen, und Hattemer, Denkmale etc. I, 417, wo auch als Beilage in Steindruck
mehrere genaue Faksimile mitgeteilt sind. Es ist auffallend, wie eine gewisse
Ähnlichkeit zwischen diesen Charakteren und denen etruskischer Inschriften
stattfindet.
270 Procop. bell. Vand. II, 6.
271 Die noch ganz an antike Gymnastik erinnernden Ergötzungen der
sanktgallischen Schuljugend, wozu u.a. auch Wettrennen, Ringen mit gesalbten
Händen, Stockfechten etc. gehörte, beschreibt Notker Labeo in seinem
lateinischen Vakanzlied, mitgeteilt von J.v. Arx, Geschichten etc. I, 259.
272 Ev. Joh. III, 8.
273 Die sehr ins Auge fallende innerrhodische Kleidungsart ist unzweifelhaft die
alte des appenzellischen Volkes. Tobler, Appenzell. Sprachschatz, p. 25.
274 »Der Zaur ist ein einzelnes kurzes Gejauchze, das mit uhó oder u bu hu hui
hui! bezeichnet werden kann.« Tobler a.a.O., p. 453.
275 Appenzellischer Landbrauch. Noch vor wenig Jahrzehnten war die große
Haustüre des Amtmann Tanner von Herisau voll der Köpfe von Gewild, wodurch das
Volk ihm Liebe und Achtung erzeigen wollte.
276 »Gumpen, gombela = hüpfen, mutwillig springen, ruggûssa (ru-jauchzen) = den
