
Trankopfer enthalte, bleibe dahingestellt, wiewohl die Wissenschaft darüber
einig ist, dass »durch die religiöse Bedeutung des Trinkens ein überraschender
Zusammenhang in mehrere andere Gebräuche kommt«.
123 Die Steinbrüche am sog. Schienemer Berg, wie die im benachbarten Öningen
sind später berühmt geworden durch ihre Petrefakten, insbesondere durch die
seltenen Überreste von Vögeln. Bekanntlich ward dort auch das Gebein eines
riesenmässigen Salamanders aufgegraben, in welchem der gelehrte Naturforscher
Scheuchzer (1726) einen fossilen Menschen erkannte, bis dass Cuvier die wahre
Organisation dieses »Zeugen der Sündflut« nachwies. Vgl. Burmeister, Geschichte
der Schöpfung, 5. Aufl., p. 518.
124 Vita Sancti Galli lib. I, bei Pertz, Monum. II, 7.
125 Die Herzogin teilt hier dieselben Grundsätze zweckmässiger Bekehrungspolitik,
die der Papst Gregor der Große seinerzeit in einem Schreiben an den Abt Mellitus
und den Erzbischof Augustinus von England ausgesprochen. »Saget dem Augustinus«,
heißt es dort, »zu welcher Überzeugung ich nach langer Betrachtung über die
Bekehrung der Engländer gekommen bin: dass man nämlich die Götzenkirchen bei
jenem Volk ja nicht zerstören, sondern nur die Götzenbilder darin vernichten,
das Gebäude mit Weihwasser besprengen, Altäre bauen und Reliquien hineinlegen
soll. Denn sind jene Kirchen gut gebaut, so muss man sie vom Götzendienst zur
wahren Gottesverehrung umschaffen, damit das Volk, wenn es seine Kirchen nicht
zerstören sieht, von Herzen seinen Irrglauben ablege, den wahren Gott erkenne
und um so lieber an den Stätten, wo es gewöhnt war, sich versammle. Und weil die
Leute bei ihren Götzenopfern viele Ochsen zu schlachten pflegen, so muss auch
diese Sitte ihnen zu irgendeiner christlichen Feierlichkeit umgewandelt werden.
Sie sollen sich also am Tag der Kirchweihe oder am Gedächtnistag der heiligen
Martyrer, deren Reliquien in ihren Kirchen niedergelegt werden, aus Baumzweigen
Hütten um die ehemaligen Götzenkirchen machen, den Festtag durch religiöse
Gastmähler feiern, nicht mehr dem Teufel Tiere opfern, sondern sie zum Lobe
Gottes zur Speise schlachten, dadurch dem Geber aller Dinge für ihre Sättigung
zu danken, damit sie, indem ihnen einige äußerliche Freuden bleiben, um so
geneigter zu den innerlichen Freuden werden. Denn rohen Gemütern auf einmal
alles abzuschneiden, ist ohne Zweifel unmöglich, und weil auch derjenige, so auf
die höchste Stufe steigen will, durch Tritt und Schritt, nicht aber durch
Sprünge in die Höhe kommt.« S. Mone, Geschichte des Heidentums etc. II, 105.
126 Das Aufnageln von Pferdeschädeln war uralte Gewohnheit deutscher Völker.
Schon die römischen Legionen, die Kaecina in die Einsamkeit des Teutoburger
Waldes führte, um den Gefallenen der Varusschlacht die letzte Ehre zu erweisen,
erschraken, da von den Stämmen der Eichen die angenagelten Häupter geopferter
Römerpferde auf das bleichende Gebein gefallener
