 dass
meine Schwester mir schon von Ihnen erzählt hat. Schreiben Sie nur, ich hätte
Sie darum gebeten. Es ist wirklich besser, wenn Sie das übernehmen.«
    Anton willigte ein. Er setzte sich auf der Stelle hin und berichtete dem
Baron die Warnungen des Händlers.
    So kam er in der Fremde mit der Familie des Freiherrn in eine neue
Verbindung, welche für ihn und die Rotsattel verhängnisvoll werden sollte.
 
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Glücklich der Fuß, welcher über weite Flächen des eigenen Grundes schreitet;
glücklich das Haupt, welches die Kraft der grünenden Natur einem verständigen
Willen zu unterwerfen weiß! Alles, was den Menschen stark, gesund und gut macht,
das ist dem Landwirt zuteil geworden. Sein Leben ist ein unaufhörlicher Kampf,
ein endloser Sieg. Ihm stählt die reine Gottesluft die Muskeln des Leibes, ihm
zwingt die uralte Ordnung der Natur auch die Gedanken zu geordnetem Lauf. Er ist
der Priester, welcher Beständigkeit, Zucht und Sitte, die ersten Tugenden eines
Volkes, zu hüten hat. Wenn andere Arten nützlicher Tätigkeit veralten, die seine
ist so ewig, wie das Leben der Erde; wenn andere Arbeit den Menschen in enge
Mauern einschliesst, in die Tiefen der Erde oder zwischen die Holzplanken des
Schiffes, sein Blick hat nur zwei Grenzen, oben den blauen Himmel, und unten den
festen Grund. Ihm wird die höchste Freude des Schaffens, denn was sein Befehl
von der Natur fordert, Pflanze und Tier, das wächst unter seiner Hand zu eigenem
frohen Leben auf. Auch dem Städter ist die grüne Saat und die goldene Halmfrucht
des Feldes, das Rind auf der Weide und das galoppierende Füllen, Waldesgrün und
Wiesenduft eine Erquickung des Herzens, aber kräftiger, stolzer, edler ist das
Behagen des Mannes, der mit dem Bewusstsein über seine Flur schreitet, dies alles
ist mein, meine Kraft erschuf es, und mir gereicht es zum Segen. Denn nicht in
mühelosem Genuss betrachtet er die Bilder, welche ihm die Natur entgegenhält. An
jeden Blick knüpft sich ein Wunsch, an jeden Eindruck ein Vorsatz, jedes Ding
hat für ihn einen Zweck, denn alles, das fruchtbare Feld, das Tier und der
Mensch soll Neues schaffen seinem Willen, dem Willen des Gebieters. Die tägliche
Arbeit ist sein Genuss, und in diesem Genuße wächst seine Kraft. - So lebt der
Mann, welcher selbst der arbeitsame Wirt seines Gutes ist.
    Und dreimal glücklich der Herr eines Grundes, auf dem durch mehrere
Menschenalter ein starker Kampf gegen die rohen Launen der Natur geführt ist.
Die Pflugschar greift tief in den gereinigten Boden, anspruchsvolle
Kulturpflanzen breiten ihre Blätter in üppiger Pracht, auf den Stengeln bräunen
sich große Dolden und körnerreiche Schoten, und unten in der Erde rundet sich
mächtig die fleischige
