's Schloss zur Fürstin nehmen.«
    Der junge Fürst war leicht errötet.
    »Ich habe das bedacht,« sagte er mit einiger Verlegenheit und einem Blick
auf die Französin, »allein ich hoffe, es wird sich machen lassen, und ich darf
Sie Ihrer schönen Pflegerin nicht berauben. Ich werde meiner Schwester sagen,
dass Madame Bibesco als eine Anhängerin unserer Sache aus Bukarest vor den Türken
geflüchtet ist und auf meine Einladung nach Schloss Aya kommt.«
    »Sie sind sehr galant, Fürst, und ich nehme es dankbar an, verspreche Ihnen
auch, so wenig eifersüchtig als möglich zu sein. Doch wenn wir noch einige
Stunden Ruhe genießen wollen, so ist es die höchste Zeit, an unser Lager zu
denken. Ich werde die Nacht in meinem Wagen zubringen und für Sie und den
Lieutenant ist Raum in jener Kammer. Lassen Sie uns die Diener rufen.«
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    Während die vornehmen Mitglieder der Gesellschaft in dieser Weise ihre
Nachtruhe bereiteten, saß am andern Ende des Tabuntschiks im Schatten einer
jener kleinen Mogilen, die gleich Maulwurfshügeln an tausend Stellen aus den
Ebenen des südlich en Russlands auftauchen, der alte Kosackenhäuptling mit seinen
sechs Enkeln. Sie hatten eine Grube in den Boden gegraben, diese mit Steinen
ausgelegt, Feuer darin gemacht und zwischen die erhitzen Platten dann die
vordere Hälfte des Hammels gelegt, die ihnen überlassen worden. Auf den Befehl
des Obersten hatte sein Leibdiener ihnen eine Flasche Rum gegeben, und sie
hatten so eben ihr Mahl unter sich, abgesondert von den Hirten, beendet.
    Der greise Kosack saß, den Kopf auf die Hand gestützt und aus einer alten
silberbeschlagenen Reiterpfeife von Meerschaum rauchend, die er vor vierzig
Jahren aus Deutschland mit zurückgebracht, in Gedanken versunken am oberen Ende
des Kreises, den seine Enkel bildeten. Selbst sein Liebling Olis, der neben ihm
kauerte, wagte nicht, ihn darin zu stören. Nur flüsternd tauschten die Brüder
und Vettern ihre Meinung aus.
    »Die Heiligen seien ihm gnädig,« murmelte Wassili zu seinem Nachbar, »ich
glaube, der böse Geist nimmt wieder Besitz von ihm, her über ihn kommt beim
Neumond von seiner schlimmen Wunde her.«
    »Schweig still,« gebot Wanka, »Du siehst, Djeduschka will reden.«
    In der Tat erhob der greise Kosack das Haupt, dessen weiße Haare der
bleiche Mondschein versilberte und schaute mit verstörten Blicken auf die Gruppe
umher. Die breite Narbe, die zerfetzend quer über das Gesicht lief, verlängerte
sich bis über den rechten Vorderschädel hin, und ihr roter Streif war deutlich
sichtbar. Das eine Auge des Greises schien
