 Griechen und sein Kabinet sucht durch ganz
Anatolien die Völkerschaften gegen den Halbmond aufzuregen.«
    »Die religiöse Anschauung dieses Mannes beherrscht seine politische, er hasst
den Islam und bildet sich in der Tat ein, einen Religionskrieg für die
Befreiung der griechischen Kirche zu führen, während seine Umgebung von
Nesselrode an sehr wohl weiß, dass der Krieg ein rein politischer ist. Ebenso
täuscht er sich über die Institutionen, die er geschaffen. Er hielt sie für
genügend zu dem Kriege und wusste nicht, wie wir, dass er um zehn Jahre zu früh
begonnen. Doch wie sind Sie mit ihm auseinander gekommen, und hierher mach
Odessa?«
    »Ich habe ihm mein Ehrenwort als Soldat geben müssen, Russland ohne weitere
Verhandlungen und Schritte auf dem geradesten Wege, für mich also, da ich nicht
durch Österreich und Preußen gehen konnte, über Odessa und in der kürzesten
Frist zu verlassen. Er ist Soldat und wir verhandelten wie zwei sich
gegenüberstehende Feldherren mit einander. Er hat ausdrücklich jede Begleitung
meiner Person verboten, sich auf mein Wort verlassend,5 und ich bin daher durch
Ehrenpflicht gebunden.«
    »Haben Sie Etwas von Bakunin erfahren?«
    »Er ist noch in Schlüsselburg, genießt aber größerer Freiheit. Ich hörte,
dass sein Onkel Murawieff sich für ihn zu interessieren beginnt.«
    »Er hätte uns den Weg zu der slavischen Republik bahnen können; es war ein
Unglück, dass er sich in das nutzlose Spiel in Dresden mengte. Was haben Sie nun
nach der Scheiterung unseres Vorschlags beschlossen?«
    »Es bleibt uns Nichts übrig, als vorläufig an den alten Plänen festzuhalten.
Es stürzt Europa wenigstens für Jahre hinaus in Verwirrung und ermattet es. Wir
haben noch immer den Vorteil, die günstige Gelegenheit ergreifen zu können, und
da Russland nicht mit uns sein will, müssen wir mit allen Kräften zu seiner
Niederlage beitragen. Die höchste Gewalt richtet ihr Hauptaugenmerk jetzt auf
Sardinien. Ich muss um jeden Preis sofort nach Konstantinopel, um dort jeden
Verdacht zu vermeidend.«
    »Das wird schwer sein,« meinte der Graf, »der General-Gouverneur hat das
Embargo auf alle Schiffe gelegt und kein Boot darf den Hafen verlassen.«
    »Glauben Sie an ein Bombardement?«
    »Ich erwarte es, vielleicht schon morgen.«
    »Sind keine der Unsern in Odjessa?«
    »Ich habe zufällig den Kapitain eines Marseiller Kauffahrers, des Antilles,
aufgefunden. Er gehört dem zweiten Grade. Sein Schiff liegt im Quarantainehafen
mit voller Getreideladung, aber unter Embargo und unter den russischen Kanonen.«
    »Wir müssen auf jede Chance vorbereitet sein. Lassen Sie uns ihn aufsuchen.«
- - - - - - - - - - - - - - - - -
