 Tod jedes
Enthusiasmus, dessen Mutter allein das Gefühl ist. Man will jetzt einen Nutzen
sehen, teils individuell, teils im Ganzen. Man traut den Leuten nicht recht,
die sich an die Spitze stellen. Unsere Polen, grade heraus gesagt, trauen dem
polnischen Adel nicht mehr, sie haben keine Lust mehr, um unseres Ehrgeizes,
unserer Interessen willen das zu opfern, was sie sicher haben.«
    »Pfui, Fürst, so gäbe es keinen Nationalstolz, kein Volksgefühl mehr!«
    »Die Revolutionaire in Paris arbeiten ja grade darauf hin, dies auszurotten
in der allgemeinen Gleichmacherei. Ich gehe aber keineswegs so weit, das zu
behaupten, namentlich in unserem Falle nicht. So lange es Hass und Liebe gibt in
der Welt, so lange Sprachen und Gewohnheiten die Völker scheiden, wird es auch
ein Nationalgefühl, einen nationellen Ehrgeiz geben. Aber er muss richtig
verstanden und geleitet werden. Seien wir aufrichtig, Freund. Sie sagen mir: in
diesem Krieg, der sich bereitet, und der nach Ihren Intentionen ein europäischer
werden soll, - ist die günstige Gelegenheit gekommen, die Selbstständigkeit
unserer Nation wieder zu erlangen. Ungarn und Italien sollen sich gleichfalls
erheben, Frankreich und England werden uns unterstützen. Aber, mein Freund,
wollen wir etwa selbstständig oder, wie Sie es nennen, frei werden, - leerer
Name, der reiche Mann ist es überall! - um uns von Intriguanten und Ehrgeizigen
unserer eigenen Klasse dominiren zu lassen? Selbst damit einverstanden, welche
Aussicht auf Erfolg haben wir? Frankreich und England machen wahrhaftig keinen
Krieg um unserer Nationalität willen. England will einfach das in Asien und am
Bosporus für seine eigenen Interessen immer gefährlicher werdende Russland
schwächen, und der Kaiser Napoleon hat eine alte Scharte und persönliche
Beleidigung auszuwetzen und außerdem durch einen solchen Krieg Gelegenheit,
seine sehr schwankende Position als Eindringling unter den Fürsten Europa's zu
einer befestigten und mächtigen zu machen, so wie sich Heer und Land durch
gloire und Interesse zu sichern. Er hat denselben Ehrgeiz wie sein Oheim, nur
ist er schlauer und versteht seine Zeit. An eine Unterstützung Polens und
Ungarns um ihrer selbst willen, denkt keine der beiden Mächte. Man wird uns
wieder als Soldaten brauchen, als Legionaire, ja als Rebellen, aber man
bekümmert sich um unser Geschick grade so wenig, wie das Recht des Sultans in
Wahrheit die Ursache des Krieges ist. Sie versprechen einen europäischen Krieg,
- ich zweifle daran. Er wird einfach ein Turnier einiger Herausforderer sein, -
die in ihrem Interesse nicht gefährdeten Staaten werben sich frei halten und
dafür sorgen, dass das freilich vielleicht etwas blutige Turnier nicht zu sehr
überhand nimmt, sondern in den soliden Gränzen einiger Abzapfung bleibt. - Ich
wiederhole Ihnen meine
