, dass die
Kommission dasselbe bereits zu einem sehr erklecklichen Preise angekauft, noch
ehe es ausgestellt gewesen, und jedermann lobte den Kauf.
    Heinrichs Bekannte, welche so schlecht und recht zum betriebsamen, nicht
ungeschickten Mittelschlage gehörten, waren höchlich entrüstet über das
Verfahren eines wohlversorgten und glücklichen Meisters und nannten sein frisch
und munter glänzendes Werk einen Diebstahl und eine rücksichtslose Räuberei,
eine Herzlosigkeit und eine Gemeinheit. Heinrich jedoch schwieg still und
verarbeitete, als ein löblicher und gelehriger Jüngling, die soeben gemachte
Erfahrung, die er sogleich begriff dass es in Sachen der Kunst keinerlei Patent
gibt, sondern nur den einen Satz Mach's, wer kann! sei's, wer's wolle, wenn's
nur entsteht! und dass, wer eine gute Idee schlecht ausfahrt, dem Rabenvater
gleicht, welcher ein Kind aussetzt, wer sie rettet, demjenigen, der es aufnimmt
und pflegt!
    Er fühlte keinen Groll gegen den behenden Meister, sondern veranstaltete
stracks die Wegnahme seiner eigenen Arbeit und steckte beschämt jenen Zettel
wieder ein, auf welchem er seinen Preis angegeben hatte nebst seinem Namen.
    Dies war einstweilen der erste und letzte Versuch Heinrichs, durch seiner
Hände Arbeit sein Leben zu gewinnen, und nichts ging daraus hervor als die
unbezahlte Rechnung für den ernstaften stoischen Rahmen. Er begann zwar bald
einige andere Sachen, welche er besser zu machen gedachte, und man sollte
glauben, dass er bei seiner Unbefangenheit und Einsicht dies wirklich hätte
müssen zuwege bringen; aber es ist eben das Kennzeichen der berufenen Meister
einer Are, dass sie von selbst mit dem Guten und Richtigen den Drang verbinden
nach gemeiner Brauchbarkeit und Geniessbarkeit und das Ziel erreichen, ohne ihrer
Ehre zu vergeben; der Dilettanten dagegen, dass sie immer wieder in ihren
unfruchtbaren Eigensinn zurückfallen und dem angenehmen Erfolge hochfahrend
entsagen. Dies nennen sie meistens edlen Stolz und treues Beharren am Höheren.
Bei Heinrich war es indes nicht sowohl dieser Eigensinn als die zuströmende
Gedankentätigkeit, welche, keinen andern Ausweg sehend, ihn abermals bald auf
das alte Erfindungswesen und die wechselnde Unternehmungslust geraten ließ, das
dringende Lebensbedürfnis allmählich vergessend. Dazu war er scheu und zag
geworden, der Welt seine Arbeit gegen Geld anzubieten, und war aufrichtig
überzeugt, dass dieses unrechtmässig gewonnen wäre, solange er nicht selbst
zufrieden sei mit seinen Erzeugnissen, ungleich jenen rüstigen Weltmenschen,
welche sich desto mehr mit einem glückhaften Erwerbe brüsten, je wertloser und
törichter das ist, was sie leisten und durch irgendeine verkehrte Laune des
Geschmackes unterzubringen wissen.
    Während er aber solche stolze Ehrlichkeit besaß, besann er sich, da er
Kredit fand als ein unbescholtener junger Mensch, gar nicht, Schulden zu machen,
und fand es ganz in der Ordnung, auf diese Weise bequem und ohne weiteres
Kopfzerbrechen das zweite
