 ein Denkmal ist dessen, der ihn einst
geackert hat.
    Will man hingegen aus der großen öffentlichen Welt ein Beispiel
wirkungsreicher Arbeit, die zugleich ein wahres und vernünftiges Leben ist,
betrachten, so muss man das Leben und Wirken Schillers ansehen. Dieser, aus dem
Kreise hinausflüchtend, in welchem Familie und Landesherr ihn halten wollten,
alles das im Stiche lassend, zu was man ihn machen wollte, stellte sich in
früher Jugend auf eigene Faust, nur das tuend, was er nicht lassen konnte, und
schaffte sich, um ein eigengehöriges Leben zu beginnen, sogar durch eine
schreiende Ausschweifung, durch eine überschwengliche und wilde
Räubergeschichte, durch einen Jugendfehler Luft und Licht; aber sobald er dies
gewonnen, veredelte er sich unablässig von innen heraus, und sein Leben ward
nichts anderes als die Erfüllung seines innersten Wesens, die folgerechte und
kristallreine Arbeit der Wahrheit und des Idealen, die in ihm und seiner Zeit
lagen. Und dieses einfach fleißige Dasein verschafte ihm alles, was seinem
persönlichen Wesen gebührte; denn da er, mit Respekt zu melden, bei alledem ein
Stubensitzer war, so lag es nicht in demselben, ein reicher und glänzender
Weltmann zu sein. Eine kleine Abweichung in seinem leiblichen und geistigen
Charakter, die eben nicht Schillerisch war, und er wäre es auch geworden. Aber
nach seinem Tode erst, kann man sagen, begann sein ehrliches, klares und wahres
Arbeitsleben seine Wirkung und seine Erwerbsfähigkeit zu zeigen, und wenn man
ganz absieht von seiner geistigen Erbschaft, welche er der Welt hinterlassen, so
muss man erstaunen über die materielle Bewegung, über den bloß leiblichen Nutzen,
den er durch das bloße treue Hervorkehren seines geistigen Ideales hinterließ.
So weit die deutsche Sprache reicht, ist in den Städten kaum ein Haus, in
welchem nicht seine Werke ein- oder mehrfach auf Gesims und Schränken stehen,
und in Dörfern wenigstens in einem oder zwei Häusern. Je weiter aber die Bildung
der Nation sich verbreitet, desto größer wird die jetzt schon ungeheure
Vervielfältigung dieser Werke werden und zuletzt in die niederste Hütte dringen.
Hundert Geschäftshungrige lauern nur auf das Erlöschen des Privilegiums, um die
edle Lebensarbeit Schillers so massenhaft und wohlfeil zu verbreiten wie die
Bibel, und der umfangreiche leibliche Erwerb, der während der ersten Hälfte
eines Jahrhunderts stattgefunden, wird während der zweiten Hälfte desselben um
das Doppelte wachsen und vielleicht im kommenden Jahrhundert noch einmal um das
Doppelte. Welch eine Menge von Papiermachern, Papierhändlern,
Buchdruckersleuten, Verkäufern, Laufburschen, Kommentatoren der Werke,
Lederhändlern, Buchbindern verdienten und werden ihr Brot noch verdienen, welch
eine fortwährende Tat, welch nachhaltiger Erwerb im materiellsten Sinne waren
also die kurzen Schillerschen Arbeits- und Lebensjahre. Dies ist, im Gegensatz
zu der Revalenta arabica manches Treibens, auch
