 näherstehen,
sondern wieder von solchen, welche ihr ebenso entfernt stehen wie sie selbst und
eine künstliche abstrakte Existenz führen, so dass der ganze Verkehr ein Gefecht
in der Luft, eine ungeheure Abstraktion ist, hoch über dem festen Boden der
Mutter Natur. Und selbst dann noch, wenn die einen die Mittel ihres Daseins von
den anderen empfangen, geschieht dieses so unberechenbar, launenhaft und
zufällig, dass jeder, dem es gelungen ist, dies nicht als den Lohn seines
Strebens, sein Verdienst betrachten darf, sondern es als einen blinden
Glücksfall, als einen Lotteriegewinst preisen muss. In diesem seltsamen
Zusammentreffen der Geister, oder vielmehr der Leiber, ist der unmittelbare
Prozess des Essens, des Zusichnehmens der Nahrung zwar noch nicht offen als eine
Tugend und Ehre an sich ausgesprochen, und noch immer gilt zur Notdurft die
Moral, dass das Essen eine verdienstlose Notwendigkeit sei, obgleich mancher sein
Brot so isst, dass man sieht, er macht sich das Beissen und Kauen schon zur Ehre
und kaut dem, der keines hat, recht unter die Nase; aber der glückliche Erwerb
des Brotes ist zu dieser Zeit aus einer einfachen Naturpflicht zu einer
ausgesuchten Ehrentugend und Ritterschaft geworden, zu deren Erlangung der
Neuling nicht ohne weiteres zugelassen wird, sondern verschiedene
freimaurerische Grade der Niederträchtigkeit oder der Verdrehteit und
zweckwidrigen Unsinnes jeder Art durchmachen muss. In der Bevölkerung, welche ihr
Leben unmittelbar der Natur und dem untersten Bedürfnis abgewinnt, ist die
Heiligkeit und die Bedeutung der Arbeit noch klar und verständlich; da versteht
es sich von selbst, dass keiner dem andern zusehen darf, wie er gräbt und
schaufelt, um ihm das Herausgegrabene wegzunehmen und zu verzehren. Alles, was
einer da tut, hilft ihn und die Welt erhalten und hat einen unbezweifelten,
wahren und sichern Zweck. In jener höheren abstrakten Welt aber ist einstweilen
alles auf den Kopf gestellt und die Begriffe von der Bedeutung der Arbeit
verkehrt bis zum Unkenntlichwerden.
    Hier führt ein bloßes Wollen, ein glücklicher Einfall ohne Mühe zu
reichlichem Erwerb, dort eine geordnete und nachhaltige Mühe, welche mehr der
wirklichen Arbeit gleicht, aber ohne innere Wahrheit, ohne vernünftigen Zweck,
ohne Idee. Hier heißt Arbeit, lohnt sich und wird zur Tugend, was dort
Nutzlosigkeit, Müßiggang und Laster ist. Hier nützt und hilft etwas teilweise,
ohne wahr zu sein; dort ist etwas wahr und natürlich, ohne zu nützen, und immer
ist der Erfolg der König, der den Ritterschlag in dieser künstlichen Welt
erteilt. Und alle diese Momente vermischen und kreuzen sich auf so wunderliche
Weise, dass für die gesunde Vernunft das Urteil schwer wird.
    Ein Spekulant gerät auf die Idee der Revalenta arabica und bebaut dieselbe
mit aller Umsicht und Ausdauer; sie gewinnt eine auffallende Ausbreitung und
gelingt
