Oeffentliche Meinung!« korrigirte der Minister. »Weiter.« Man schämt
sich einer Stelle, deren Schatten man nur besitzt. »Habe ich das im April
geschrieben?« seine Lippen warfen sich zu einem höhnischen Lächeln. -
»Illusionen! Wenn sich Einige geschämt haben, jetzt haben sie sich anders
besonnen. Das bleibt weg.« Walter fuhr fort: Das Ehrgefühl der Beamten wird
unter einer solchen Regierung unterdrückt, ihr Pflichtgefühl abgestumpft. -
Subalterne gehorchen nur noch halb, sie suchen ihr Heil bei den Götzen des
Tages. »Das bleibt. Das hat gewirkt, es kann noch wirken. Für die Reputation
ihres Beamtenheeres haben sie noch einiges Tendre. Weiter!« Der Monarch lebt in
völliger Abgeschiedenheit von seinen Ministern. Von Allem, was geschieht, erhält
er nur einseitige Eindrücke durch das Organ seiner Kabinetsräte. »Sie halten
inne. Haben Sie da Bedenken?« - »Könnten wir nicht die Person des Monarchen aus
der Sache lassen?«
    »Wir leben nicht in England. - Wir leben in Preußen, wo der Monarch mit dem
Volke identisch ist. Es scheint eine Anomalie, aber es ist eine Wahrheit. Wehe
ihm und dem Volke, wenn es nur ein Schein werden könnte. Wo ein Fürst diese
abnorme Stellung hat, wo der Kopf sich eins fühlt mit dem Körper, muss er auch
das vertragen können, was die anderen Glieder. Preußens König ist so wenig ein
Kaiser Karl und König Artus, die als Pagoden dasitzen, drei Köpfe höher als ihre
Tafelrunde, als er ein Fürst ist, dem die Konstitution ein glänzendes Altenteil
angewiesen hat. Er ist nur der er ist, indem er eine Partikel seines Volkes ist.
Exceptionell, ja, ja, durchaus exceptionell, aber so ist's. Wir dürfen's nie aus
dem Auge lassen. Er muss empfinden wie wir - das Streicheln und die Schläge. Man
muss ihn anfassen können, schütteln ein wenig, ein derbes Wort sagen. Verträgt er
es nicht - doch weiter, weiter!« - »Nun folgen die subjektiven Gründe. Wer hat
dies unbedingte königliche Vertrauen? check und Lombard, von ihnen ganz abhängig
Haugwitz. Jener - guter Jurist, ward übermütig, absprechend, korrumpirt -
Verbindung mit Lombard untergrub seine Sittenreinheit - gemeine Aufgeblasenheit
seiner -«
    Der Minister wehte mit der Hand. »Die Frauen mögen jetzt fortbleiben.«
    »Wahrscheinlich auch die folgende Charakteristik: Physisch und moralisch
gleich gelähmt und abgestumpft. Seine Kenntnisse französische Schöngeisterei.
Ernstafte Wissenschaften haben diesen frivolen Menschen nie beschäftigt,
frühzeitige Teilnahme an den Orgien der Rietzischen Familie sein moralisches
Gefühl erstickt. Soll das auch bleiben?« - »Weiter!« - In den unreinen und
schwachen Händen eines französischen
