 sein Kostüm hinderte ihn nicht,
die Situation, die er liebte, einzunehmen, ein Bein über das andere, den
Hinterkopf mit der Lehne, die Finger der rechten Hand mit sich selbst spielend.
»Mein teurer Herr, wenn wir uns doch gewöhnten, die Verhältnisse zu betrachten,
wie sie sind. Was sind die Menschen in ihrer Massenhaftigkeit anders, als
Heerden zweibeiniger Geschöpfe, bestimmt, von Anderen, die klüger sind, geleitet
zu werden. Fragen wir uns: Wer denn überhaupt die Welt beherrscht? Einige wenige
Könige, die Genies waren oder Feldherrn aus Passion; das waren seltene
Ausnahmen. In der Regel waren es kluge Minister, schlaue Favoriten, noch
schlauere Maitressen. Sie herrschten um so sicherer, je feiner sie es zu
verstecken wussten. Oder wollen Sie nach Klassen gehen? Die Hohenpriester fingen
an, dann kamen die Könige, dann militärischer Adel, dann Priester, Könige und
Feudalritter im bunten Gemisch, bis die Könige wieder glaubten, das Oberwasser
zu haben; da nahmen es ihnen die Philosophen. Das Schibolet, früher Glauben
geheißen, hieß nun Aufklärung. Bei allem diesem Wechsel, mein teuerster Freund,
ist nur das beständig, dass die Pfiffigsten das Heft in der Hand behalten. Nun
sehe ich aber nicht ab, warum die reichen Leute nicht einmal den Priestern,
Rittern und Philosophen das Geschäft abnehmen, warum sie nicht auch einmal
pfiffig sein und regieren wollen? Sie ahnen nicht, mein werter Herr, welche
Macht in Ihren Komptoirstuben, Ihren Wechseln, in Ihren Federstrichen ruht,
durch welche Sie Weltteile verbinden. Im vollen Ernst, Ihnen, den großen
Kaufleuten, Fabrikanten, blüht die künftige Welterrschaft entgegen. Wenn Sie
nur sich etwas verständigen wollten, etwas mit den Ackerbau treibenden
Herrschaften, etwas mit den Herren von der Feder, es braucht da nur kleine
Aufmerksamkeiten und Gefälligkeiten, ein klein wenig auch mit den Ideen, welche,
was man nennt, beim Volke im Schwunge sind, so prophezeie ich Ihnen, Sie, die
Herren von der Industrie, werden bald die wahre, reelle, effektive
Universalmonarchie in Händen haben, wie die großen Handelsherren in dem kleinen
Venedig ehedem, wie im großen England und im noch größeren Amerika jetzt schon
und in Zukunft noch mehr. Sie, Sie, Teuerster, fingen ja schon an. Bravo! Ihre
Associèschast en commandite mit der Excellenz war eine großartige Idee, nur muss
man sich von den vornehmen Herren nicht übers Ohr hauen lassen. Wenn Sie
geschickt agiren, haben Sie den Herrn ja noch jetzt in Händen, er muss jeden
Eklat vermeiden, während Sie vis-à-vis de rien Alles einsetzen müssen. Also,
Kourage, für Frieden und Ruhe Alles dran gesetzt, Frieden und Ruhe, welche
