 wirft -«
    »Vielleicht auch als Brinvilliers - das ist das richtige Argument des
Verstandes, meine teure Frau. Das wahrhaft von der Liebe erfüllte Gemüt - Was
ist Ihnen?«
    »Nichts - ein vorübergehender Stich vom langen Sitzen.«
    »Die Liebe sucht nichts, die Liebe findet Alles,« fuhr die Fürstin mit süßer
Stimme fort. »Wer nur ein Ohr dafür hat, nicht mutwillig es schließt, wo der
Spring unter der grünen Tiefe rauscht, aus Furcht, dass er zu furchtbar
vorbricht. O, die Törichten! Sehen Sie da den Rittmeister und die Eitelbach! Wo
Alles sich findet, was sich nur suchen will, gehen sie wie Wachspuppen einander
vorüber.«
    »Mich dünkt, Adelheid und der junge Bovillard tun das auch.« - »Kinder, die
Versteck spielen.« - »Ich glaubte, sie in Feuer und Flammen zu finden.« - »Im
hellen Zimmer jagen, im dunkeln fangen sie sich.« - »Mamsell Alltag ist blass.« -
»Unter den vielen Geschminkten.« - »Der Marmorausdruck ihres Gesichts -«
    »Geliehen, teuerste Frau! Was das arme Kind sich Mühe gibt, ihr Gefühl uns
zu verbergen, die tausend Nadelstiche, die das kleine Herz durchbohren! Solche
widernatürlichen Affekte rächen sich.« - »Aber eine mütterliche Freundin, wie
Erlaucht, wird der Leidenden zu Hilfe kommen.« - »Da darf kein Fremder helfen
wollen. Wahr und wahrhaftig nicht. Die Natur findet ihren Weg und die Knospe
bricht auf, wenn die Blume reif ist.«
    »Schade nur, wenn das arme Mädchen sich wieder täuschte!« sagte die Lupinus
nach einer Pause. - »Wie meinen Sie das?« - »Der junge Herr von Bovillard ist
zwar, was man nennt, in der Gesellschaft wieder ehrlich gemacht, aber - ein Sort
kann er ihr doch nicht machen. Ich glaube schwerlich, dass man ihm eine
Anstellung gäbe, wie jetzt die Dinge stehen. Sein Vater hat auch nicht mehr den
früheren Einfluss. Der alte Alltag würde mit der Mariage ebensowenig zufrieden
sein.«
    Ein vornehmes Lächeln schwebte um die Mundwinkel der Fürstin: »Daran habe
ich wirklich nicht gedacht.« - »Hat Ihre Majestät noch das Verlangen. Adelheid
zu sehen?« - »Die Königin hat wirklich an Anderes zu denken. Da fällt mir ein,
in der Magdalena, die hier die Arme, nach Ihrer glücklichen Entdeckung, dem
verlorenen Sohn entgegen hält, findet Schadow Ähnlichkeit mit unserer Adelheid.«
    Die Geheimrätin lorgnettirte: »Der Schnitt des Gesichtes, aber - ich mochte
eher eine Verwandtschaft mit der Komtess Laura entdecken.« - »Wie sein wieder Ihr
Blick, Sie
