 die Schultern laden? Das wird ja eine Halsbandgeschichte. Wie
die La Mote können Sie mich an den Pranger stellen. Solche Komödienfarcen en
vue und ich soll glauben, dass Sie an den Rand der Ewigkeit denken!«
    »Ce ne sont que des services d'amitié. Nichts von Eigennutz.«
    »Eigennutz, ein abscheuliches Wort, wo wir nur des intérêts kennen. Von
Interessen und Nutzniessung ist die Rede, est-ce qu'on parle d'un mariage -! Und
warum einem Fremden, dem Rittmeister, ein Glück aufdringen, und mit dreifacher
Anstrengung, was Sie mit halber Anstrengung selbst genießen könnten! Und eine
beauté sans pareille pour s'amuser, und ein Leierkasten, den man nur zu stimmen
braucht, und er flötet Liebeslieder, wie Sie wollen von Dur bis Moll. Warum denn
nun für einen Dritten ihn stimmen. Ein Götterspass, ein solches Weib für sich
schmachten lassen, nachlaufen, unsre Schulden bezahlen; um einen freundlichen
Blick abzustehlen, in Schleier und Enveloppe auf unsre Stube schleichen, um sich
zu erkundigen, warum wir uns so lange nicht sehen ließ, ob wir unpässlich
sind, grollen? Denken Sie sich, sie zündet Ihnen die Pfeife an. Ist das nicht
auch für die Phantasie eines Deutschen ein entzückender Gedanke!«
    »Ist das schon die Libertinage Ihres neuen Hofes!«
    »Alt wie die Welt ist das Vergnügen. Etwas jünger vielleicht die Kunst, es
sich so pikant zu machen, als möglich.«
    Der Legationsrat nahm ihm mit einer entschiedenen Bewegung die Pistole aus
der Hand: »Schießen Sie nicht nach Krähen, wo es eines Menschen Leben gilt.
Vicomte, ein guter Jäger schießt nur auf ein bestimmtes Ziel, Dilettanten feuern
auch nach Sperlingen. - Halt! sie kommen.«
    Um die Waldecke flogen Staubwirbel auf. Ein Reiter sprengte in gestrecktem
Galopp heran. Er winkte ihnen schon von fern.
    »Das ist nicht der Rittmeister; er ist in Civil.« -
    »Wenn ich recht sehe,« sprach Wandel, »sein Neffe, der Kornet.« -
    »Machen Sie sich aus dem Staube, meine Herren!« rief der Reiter. »Wir sind
abgefasst. Schon vorm Jagdschloss. Alles verraten.«
    »Ich fliehe nicht.«
    »Wie es Ihnen beliebt. Bovillard wird nach der Stadt gebracht. Ich fürchte
mein Oheim auch. Ich schwenkte, ehe sie mich erkannt, um Sie zu avertiren.«
    Der Vicomte sah den Legationsrat fragend an, als der Reiter bereits in der
Schonung verschwand.
    »Packen Sie die Pistolen ein, wenn's Ihnen beliebt, wir fahren -«
    »Nach Sachsen?«
    »Nach der Stadt. Dem Schicksal, das
