?«
    »Meinetalben.«
    »Auf was? Nicht Geld, nicht Champagner, etwas Abnormes, was den Appetit
reizt.«
    »Excellenz könnten eine Geliebte abtreten,« kicherte der Kammerherr.
    »Ich und eine Geliebte!«
    »So sinne etwas Sinnreiches aus, was Du gegen Dein Gewissen tust.«
    »Ich will Gentz' hinterlassene Schulden bezahlen.«
    »Accedo! Und ich eine Abhandlung schreiben zum Lobe des Herrn von Stein. Dass
er uns unentbehrlich ist, lass ich drucken. Ein Schelm gibt nur was er kann. Ich
habe mehr eingesetzt. Topp, eingeschlagen!«
    Der Kammerherr hielt seinen Arm dazwischen. »Wozu Krieg, meine Herren,
Depensen, die keinen Vorteil bringen? Warum denn überhaupt eine Wette, warum
nicht eine Allianz?«
    »Was meinst Du, Christian?«
    »Ich bin doch immer ein Mann des Friedens.«
    »Topp! Alle drei eingeschlagen, Männer des Friedens, einen Rütlibund! Wir
Alle gemeinschaftlich an das Werk. Aber Teilung der Arbeit! Du nimmst den
Rittmeister auf Dich und sträubt sich die Excellenz dagegen, wird der Kammerherr
zum Diensttuenden. Ich weiß schon meinen Helfershelfer für die Baronin,
übrigens Jeder hilft dem Andern, und bei dem erhabenen Geiste, der aus diesen
Flaschenmündungen noch duftet, geloben wir Todesverschwiegenheit.«
    Während sie sich die Hände reichten, klopfte es.
    »'S ist nichts; ein Hund schlug an die Tür,« beruhigte der Wirt.
    »Wer würde sich auch unterstehen, wenn wir in Staatsangelegenheiten
beisammen, Excellenz zu stören! Oder ist's keine Staatsangelegenheit? Womit
sollten wir uns amüsiren, da nun Friede bleibt? Das Leben muss einen Zweck haben.
Auch die besten Kräfte ermatten ohne ein Ziel. Mit Hindernissen zu kämpfen ist
unsere Bestimmung. Je schwieriger, um so elastischer streckt sich unser Geist.
Darum, gerade im Staatsinteresse, wir müssen unsere Kräfte an subtilen Aufgaben
üben, um zuverlässig zu sein in der Stunde, die da kommt.«
    Es klopfte wieder: »Lass die Geister pochen, wir antworten mit diesem
Gläserklang. Auf den Amandus und die Amanda!«
    »Bravo, Einer, der da lieben soll und muss!«
    »Noch etwas: wenn etwa in Folge dieses schönen Seelenbundes ein Weltbürger
das Licht der Welt erblicken sollte, so -«
    Ein klirrender Schall unterbrach sie. Es pochte Jemand mit Heftigkeit ans
Fenster. »Es brennt!«
    Alle waren aufgesprungen. Der Kammerherr schien am festesten auf seiner
Krücke zu stehen. Der Geheimrat machte eine Bewegung nach seinem Rocke, die
damit endete, dass er auf den Stuhl zurücksank. Der Minister hatte seinen
geschleudert, und mit der Hand am Tische, machte er die Geste des
