 glücklich war, mit Reichmeier allein von Paris, vom See zu
Enghien und ihrem Spiegelzimmer reden zu dürfen, zu dem er einige enkaustische
Wachsmalereien geliefert hatte, wusste die Trompetta, die ihrer noch nicht
ansichtig geworden war, sogleich eine Fülle von Tatsachen über die Zeit und die
Menschen anzubringen, die Alle anregte und unterhielt. Da sie Jedes im Tone der
Liebe und des herzlichsten Anteils vorbrachte, auch jede Verleumdung, auch jede
Nachrede eines schlimmen Gerüchtes, so war es recht boshaft von Heinrichson, dass
er zu Paulinen sagte:
    Da hat man schon wieder die gute Dame aus Sheridan's Lästerschule, die nur
deshalb die böse Lästerung der Andern tadelt, um wiederholen zu können, was über
diese Menschen gelästert wird.
    Die Flottwitz aber war sogleich von einigen Militairs umgeben, die mit ihr
über den neuen Achilles, den Prinzen Ottokar sprachen und ihr Manches im
Vertrauen mitzuteilen wussten, was sich auf der nächsten Avancementsliste
bestätigen würde. Sie erzählte dafür ihrerseits, dass im weiblichen Reubunde wäre
beschlossen worden, für Weihnachten in jedem Kasernenzimmer der ganzen Monarchie
einen Weihnachtsbaum anzuzünden, jedem Krieger für die bewährte Treue Äpfel,
Nüsse und einen Pfefferkuchen zu bescheeren, der wahrscheinlich den allgeliebten
Prinzen Ottokar darstellen würde, falls es nicht schicklicher wäre, den König
selbst in dieser Form seinen Landeskindern zum liebevoll flüchtigen Andenken zu
übergeben. Das junge schwärmerische Mädchen war so demokratenfeindlich, dass sie
mit großer Begeisterung auch von einigen neuen Verhaftnahmen sprach und die
guten Aussichten für die nächsten Wahlen lobte.
    Frau von Trompetta musterte die Anwesenden und fand sogleich heraus, dass sie
nur dem politischen Kreise der Geheimrätin angehörten. Pauline hatte sich also
noch immer nicht entschließen können, die christlich soziale Richtung der Gräfin
von Mäuseburg einzuschlagen, mit der sie die Trompetta in ihrer Weise schon vor
einiger Zeit glaubte liirt, richtiger verkuppelt zu haben. Pauline hatte
wirklich einmal schon einen schwachen Versuch in der »Krankenpflege« gemacht, es
aber nicht sehr weit bringen können in so schweren, den ganzen Menschen und
seine Eitelkeit in Versuchung bringenden Aufgaben. Die Trompetta fand also nur
politische Elemente ... Ihr war Das ganz gleich, der betriebsamen Frau. Sie
plätscherte ja wie ein Meerufer-Fisch in beiden Elementen, im Süsswasser der
sozialen Richtung, wie im Salzwasser der Politik. War sie doch auch schon zu der
Erkenntnis gekommen, dass eine Frau, die etwas auf sich hält, in Gemeinzwecken
nicht ganz zu Grunde gehen dürfe! Sie hatte ihre aparten Liebhabereien. Sie
veröffentlichte Bücher, Bildersammlungen, Stickereien durch wohltätige
Lotterieen. Dies war eine Agitation, die sie ganz auf eigene Hand betrieb und
bei der sie sich eine gewisse Selbstständigkeit ihres Namens sicherte. Sie
fühlte sich gehobener, bedeutsamer durch die Bitten der Vereine, doch ihrer
eingedenk zu
