 mit sorgloser
froher Bewegung, und von Ihrem Freunde Alles erwarten, was nur in seinen Kräften
steht! Wie Sie ungekannt von hier entkommen können, weiß ich noch nicht, aber
weder das Geheimnis des Bildes noch Ihr eigenes dürfen Sie preisgeben. Nach
dieser Behandlung ... nein, können Sie sich nicht entdecken! Niemals! Niemals!
    Ich fühle Das, Wildungen!
    Sie müssen für immer auf diesen Tag einen Schleier fallen lassen und das
Übrige ...
    Das Übrige?
    Dankmar stockte und sagte dann nachdenklich:
    Ist es nicht wunderbar, dass ich mit Ihnen durch das gleiche Schicksal
verbunden bin? Scheint es nicht ein Fingerzeig des Zufalls zu sein, der
scherzend die ernsten Missionen des Verhängnisses erfüllt, wie wir so
zusammengeführt werden durch eine ähnliche, ja fast gleiche Aufgabe! Wie sich
mir an jenen Schrein eine große Aufgabe knüpft, die ich Ihnen einst
ausführlicher entwickeln werde, so verbirgt Ihr Bild ohne Zweifel Tatsachen,
die tief in Ihr Leben eingreifen und der Schlüssel zu den dunkelsten
Verwirrungen werden können, die Ihnen noch für Ihr Leben aufbewahrt scheinen!
Bedenken sie diesen verdächtigen Eifer einer Frau, die Ihrer Mutter Freundin
war, dann sie hasste und sie nun auch im Tode verfolgt und jede Spur von ihrem
Dasein - Sie sehen es ja - vertilgen möchte.
    Was man von dieser Pauline Harder weiß, sagte Egon ergriffen von der
Teilnahme des Freundes, ist nur zu sehr geeignet, ihren Schutz für ebenso
allmächtig, wie ihre Verfolgung für eine Hölle auf Erden zu erklären. Was
beherrscht sie nicht? Ich weiß es aus den diplomatischen Kreisen in Paris. Sie
regiert durch die verzweigtesten Fäden ihrer gesellschaftlichen Beziehungen
einen Teil der öffentlichen Meinung. Was hat sie nicht schon Alles unternommen!
Was nicht gefördert und gehemmt! Wo nur eine Idee ins Leben treten soll, find'
ich ihren Namen, als Beschützerin oder Gegnerin und grade, weil sie Denen eine
starke Macht verleiht, die sie aufsuchen, fürcht' ich für Die, die sie
vermeiden, umgehen wollen ... Eine Freundin von ihr, die Gräfin d'Azimont ...
    Egon stockte.
    Sie nannten jene Dame, die Ihr Vater in seinem originellen Briefe erwähnte,
bemerkte Dankmar.
    Der junge Fürst schwieg, fast verlegen. Dankmar schonte sein Gefühl, nahm
das Wort und sprach die Vermutung aus:
    Ihre Mutter hat ohne Zweifel Erinnerungen ihres Lebens geschrieben; die
große Welt fürchtet ihren Wahrheitseifer. Das Gerücht von Memoiren der Fürstin
Amanda wird sich verbreitet haben, und diese, diese werden gesucht, vielleicht
Briefe aus alten Zeiten, die manches Geheimnis enthüllen. Geben Sie die
Eroberung nicht auf!
    Aber wie? sagte Egon. Ich bin gefangen und schon in diesem Augenblicke
vielleicht ist der Wagen gepackt, schon jetzt
