 kann, so bin ich gewiss keiner der Letzten, der
freudig Hand an's Werk legt. Aber aus dem Geiste des Christentums allein sind
diese Taten der Liebe nicht mehr zu fördern. Sie müssen, wie die Kreuzzüge
einst, damit enden, dass wir das Grab und die Wiege des Heils in der ganzen Welt
finden, nicht bloß in dem ungläubig gewordenen Palästina. Die alten Templer
waren zu der Erkenntnis gekommen, dass sich die Mission einer rein äußerlichen
Fortpflanzung des Christentums, die Mission der Heidenbekehrung, überlebt hat.
Man sprach nun von innerer Heidenbekehrung, von Ketzerverfolgung, von
Urchristentum, man stiftete Sekten, Brüdergemeinden. Es waren falsche Wege zum
rechten Ziel. Die Wahrheit ist die, dass eine vereinzelte Pflege des Unheils in
der Welt nur wenig hilft. Das ganze Leben muss ergriffen werden von dem Geiste
der Erneuerung und Wiedergeburt. Wir können die Schäden der Gesellschaft nur
heilen, wenn wir neue Luftströmungen durch die verdumpfte Existenz der
Zeitgenossen ziehen lassen. Licht der Sonne, Blau des Himmels, Frische der Luft,
was gibt es bessere Hilfsmittel bei Heilung leiblicher Schäden? Und mit den
geistigen beginnen die leiblichen. Ich habe sonst über die Zeit geträumt. Ich
bin ihr Walten geflohen. Ich habe verurteilt, was mich aus meinem behaglichen
Dämmerleben aufschreckte. Aber durch die Lehre von einer Religion des freien
Geistes ist mir ein Stern aufgegangen. Ich sehe schon Tausende sich die Hände
reichen auf wenige große Wahrheiten des Einverständnisses und der felsenfesten
Überzeugung. Man handelt nach diesen Wahrheiten, Jeder nach seiner Fähigkeit,
seinem Berufe, seinem Triebe. Nehmen wir, mein Freund, das Gebiet der Armut und
des geistigen Elendes! Arbeiten wir nicht für das Reich Gottes im Allgemeinen,
nicht auf den unnützlich geführten Namen des Heilands, sondern für das Reich des
heiligen Geistes, der nach den Tagen der Apostel uns als letzte Enthüllung der
Offenbarung verheißen ist! Schaffen wir Menschen, freie, bewusste, die Erde zu
lieben sich gedrängt fühlende Menschen und machen wir die Erde dieser Liebe
wert! O ich möchte mit Engelzungen reden, um der Menschheit zu sagen, was die
wahren Unholde sind, die uns an hellem Tage auf Erden Nacht machen und diese
Gebrechen der Gesellschaft, diese Armut und dies Elend anwachsen lassen so
ungebührlich, dass es keine Fabel mehr scheint, wenn man sagt, der Herrscher der
Erde trägt eine dunkelglühende Krone und sein Reich ist das des Feuers und des
ewigen Todes.
    Aus dieser Stunde ergab sich für Friedrich Zeck eine erneute Ermutigung,
aber auch manche ernste Pflicht, mancher Schmerz. Sein Sohn, der die
Beteiligung des Vaters an dem verfolgten Bunde wohl merkte, hatte dagegen das
Bitterste zu sagen. Er war es gewesen, der der Zeuge der ersten Einsetzung
desselben gewesen
