 spricht von einem im Pariser Tempel gefundenen metallenen
Kopf, den man Bafomet nannte. Aus Scherz hab' auch ich einen alten treuen Kater
Bafomet genannt. Die Templer zogen in den Orient als fanatische Christen, sie
kamen tolerant zurück. Sie hatten in den Moslem Brüder, Menschen, Helden kennen
gelernt. Sie hatten so viele Beispiele von Großmut der Emirn erfahren, dass sie
mit Achtung vor jeder Religion, die den Menschen veredelt, von der Küste Asiens
schieden. O Mahomet liebte die Tiere! Er war der Apostel einer nicht
übergeistigten Religion, der Prophet einer Lehre, die den Menschen an die
Sinnenschranke bindet, damit er im geistigen Fluge nicht taste, luftige Wolken
für feste Eilande halte, nach Sternen hasche und sich die Blüten der Erde in
der Hand verwelken lasse. O Majestät, Mahomet war ein sehr weiser Gesetzgeber,
ein sehr großer Staatsmann und er liebte die Tiere. Was ist der Araber ohne
sein Pferd? Warum hielt Mahomet die Katze hoch? Weil er den Hund nicht kannte
und weil er in der Gewöhnung der Katze ein mildes Prinzip des Hauses sah. Die
Tempelherrenbauten - dort drüben jene Kirche vom uralten Tempelheide - haben
überall Spuren von Anwendung der Tiere zu Ausschmückungen der Architektur. Die
Übergeistigung hielt sich an die Blumen, die Menschenreligion an die Tiere. Und
wohl uns, wenn wir Duldung lernen und die gezogene Grenze unsrer Sinne! Ach, das
Gebiet der Nacht ist so groß, so unheimlich, so gefahrvoll. Die Tempelherren
mussten dem Islam weichen; sie mussten das Grab des Erlösers im eignen Herzen
finden und der Menschheit die Lehre von den in ihr selbst ruhenden Heiligtümern
predigen. Richard Löwenherz kam mit einem gezähmten Löwen heim. Der Blick
erweitert sich, wenn man die Natur belauscht und die stumme Sprache selbst des
Tieres zu verstehen sich müht. Kein großer Naturforscher hat einem Tyrannen
schmeicheln können. Das Recht, das ewige Recht leitet seine Quelle von Dem her,
was allem Lebenden gemeinsam ist, von der Luft, dem Feuer, dem Wasser und der
Erde. O wehe, wehe einem Zeitalter, das sich von der Duldung entfernt, wehe
Denen, die um der falschverstandenen oder innerlich nie gefühlten Liebe willen
Hass predigen! Wehe Denen, die eine Wahrheit, die nicht Alle erkennen, auf irgend
einen Thron der Welt setzen! Dass wir Menschen sind, schwache, endliche Werkzeuge
eines großen uns nur ahnungsweise fassbaren Weltenplanes, das ist die einzige
Wahrheit und diese macht uns demütig, tolerant, nachgiebig gegen
Andersdenkende, zugänglich dem Bessern und den Keimen neuer geschichtlicher
Regungen! Ich weiß es nicht, ob die Maurerei durch flüchtige Tempelherren nach
England verpflanzt wurde, aber ich wünschte, es wäre so. Ob Jude, ob Christ, ob
Muselmann, es ist
