 und
in seiner Art wirklich tätigen Menschen kennen gelernt. Da er das Große nicht
fassen und übersehen kann, hält er sich an das Kleine und zieht alle Gegenstände
seiner Amtssorge in diese geringe Sphäre herab, in der er vermittelst seiner
adligen und Hofwürde doch groß erscheint. Als gehorsamst Untergebener ließ ich
ihn walten und schalten und tat doch Das, was getan werden musste. Meine Ideen
wurden, wenn er sie mir gegenüber auch bestritt, andern Menschen gegenüber die
seinigen und regelmäßig geschah es, dass er sie dann auch mir gegenüber als seine
Befehle erteilte, indem er entweder seine früher abweichende Ansicht vergessen
hatte oder sich seines klugen Handgriffes schon bewusst war. Denn ohne Schlauheit
ist er nicht und von der Vorstellung, dass alle Menschen im Grunde schlecht sind
und gegen ihn konspiriren könnten, entlehnte er noch die ganze Tatkraft, deren
er fähig ist. Ich spreche scharf über ihn, weil man mir in seiner Umgebung übel
mitspielte. Ich dankte meinem Schicksal, von ihm frei zu sein. Da lässt er mich
durch einen Expressen von Buchau holen, bezahlt die Eisenbahn, alle Kosten der
Reise und bietet mir an ... Was denken Sie wohl?
    Dass Sie ihm seine eignen Gewächshäuser vor dem Winterfrost schützen sollen?
    Nein, Herr Baron! Ich möchte meinen Posten, dem ich vorstehe, aufgeben und
mich von ihm in seiner neuen Verwaltung anstellen lassen.
    Hören Sie, sagte Dystra, Das erinnert an die Anhänglichkeit meiner Mohren!
Darin find' ich Naturwärme, Liebe, Geistesinstinkt!
    Wenn es Das wäre! Nein! Er gestand mir offen, dass er sich nicht ganz sicher
in seiner Sphäre fühle. Er hätte einen Sachkundigen sich empfehlen lassen. Der
aber wäre ein Spötter, lache oft sonderbar und blinzle den Andern zu, die mit
ihm in einem Komplotte zu stehen schienen. Das Kunstwesen lerne sich! Weg mit
diesen Intriguanten! Ich brauche nur ehrliche Menschen um mich, Menschen, die
nicht hinter meinem Rücken Verschwörungen machen! Ich bin die Hauptsache an
dieser Kunstanstalt! Sie kenn' ich, Mangold, Sie sind treu und brav. Bleiben Sie
bei mir. Ich brauche unter diesem geriebenen Volke Einen, der es mit dem Chef
wahrhaft gut meint, und Das sehen Sie doch selbst, der Chef muss der Chef sein,
der Chef ist immer das Ganze, der Chef ist die Anstalt selbst!
    Und was taten Sie auf diese Bitte, die charakteristisch ist?
    Ich schlug sie ab.
    Sie sind harterzig, Mangold!
    Ich kehre nach Buchau zurück. Diese adlige Familie, der ich Treue und
Anhänglichkeit genug bewies wie ein Hund, hat mich auch mishandelt wie einen
Hund.
    Sie sind erregt, Mangold?
    Mit Füßen hat sie mich getreten - im Herzen fühlbar -
