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Aber die viel größeren Riesen, die Kapitale, sind da und Niemand kann ihre
Existenz leugnen. Sie sind die wahren wilden Ungetüme, die die Gesellschaft
unserer Zeit unsicher machen, die ihre Mitglieder in Höhlen locken, wo die
Gebeine der Geopferten modern. Ich weiß, dass es eine gleichmäßige Verteilung
der Güter nicht geben kann. Ich bin kein so törichter Kommunist, dass ich
glaubte, mit der numerischen Anzahl der Menschen ließe sich in die numerische
Anzahl der Werte dividiren und was da herauskäme, wäre Das, was jedem Einzelnen
gebühre. Allein der Krieg des Zufalles gegen die milde Fürsorge, die wir doch
als Gottes Weltplan anerkennen müssen, darf nicht fortdauern. Der Staat darf
keine Ausbeute Derer bleiben, die seinen Sprungfedern nahe stehen und die
elastische Kraft derselben nur benutzen, sich selbst zu heben. Die Staatsmänner
müssen Erfindungen machen, die auf anderen Gebieten liegen als die Ideen, mit
denen Richelieu und Mazarin ihre Zeit regierten. Machen Sie mich, meine Herren,
mit diesen Arbeitern, Ihren Freunden, bekannt! Ich will sie nicht lehren,
übermütige Forderungen zu stellen. Ich kenne die verderbliche Macht der Phrase.
Ich habe mich überzeugt, dass in Paris der Trägste und Genusssüchtigste am meisten
jammert und künstliche Tränen in den communistischen Klubs vergisst. Ich stelle
neben das Recht der Arbeit auch die Pflicht der Arbeit, aber ich glaube, dass die
Lage der hiesigen Arbeiter dieselbe ist wie die der unsrigen. Sie leiden am
Kapital. Sie dienen nur dem Unternehmer. Sie sind dem Jammer der ungeschützten
Production ausgesetzt.
    Sie erzeugen Werte, ohne sie absetzen zu können. Sie können nicht von heute
auf morgen denken, da sie in ewiger Ungewissheit über ihr Loos zittern müssen.
Der Staat denkt an Alles, nur nicht an sie. Er beachtet sie nur, wenn sie als
Rekruten in das Heer zu treten haben oder wenn man fürchtet, dass sie sich zu
Emeuten zusammenschaaren. Die social-demokratische Lehre will, dass der Staat des
Mittelalters aufhöre und auf der Basis der Menschen, die arbeiten, neu erbaut
werde. Es sind vielfache Vorschläge gemacht worden, diese Forderungen zu
verwirklichen; sie scheiterten, weil man glaubte, an die Stelle der früheren
Isolirung die Allgemeinheit setzen zu müssen. Man irrte sich, meine Herren! Die
Allgemeinheit muss die vernünftige Isolirung mit in sich aufnehmen können. Die
Isolirung liegt einmal im Menschen. Der Mensch wird immer darauf hinauskommen,
eine Familie zu begründen. Allein dieser Isolirungstrieb darf nicht überwuchern.
Der Staat darf nicht dafür da sein, nur die Familie allein zu garantiren, er muss
Institutionen bieten, die die Familien und die Allgemeinheit ausgleichen. Weist
er diese Forderung als utopistisch zurück, wohlan, so ergreift die Flinte und
sterbt eher auf
