, Ihr Gleichniss von
den Gärten im März passt nicht. Denn so stumm und dumm, wie die Bäume im März
dastehen und sich die Schneiderei des Gärtners gefallen lassen müssen, stehen
die Ideen und Interessen des Augenblicks nicht da. Die schlagen Purzelbäume
unter der Hand. Das ist ein großes Stiergefecht, wie es jetzt hergeht. Die
großen Büffel wollen Farbe sehen, um Mut zu bekommen. Rot ist die Losung! Ohne
Mut und unmittelbare Entschlossenheit kommt nichts mehr zu Stande. Die Menschen
müssen selbst Geschichte machen, sonst geschieht nichts. Die Gesinnung allein
reicht nicht aus. Sollen sich die Väter von ihren Enkeln verspotten lassen?
Nichts rächt sich in der Geschichte mehr als der versäumte Augenblick. Wer die
Krisis unbenutzt vorübergehen lässt, holt sie niemals wieder ein. Und haben wir
nicht der Fälle genug erlebt, dass die Machtaber der Welt vollkommen wissen,
welche Halfter sie den störrischen Völkern überwerfen sollen? Aus dem
politischen Hader wurde die Debatte in das Religiöse hinübergespielt und ganze
Epochen sind darüber eingeschlafen. Die Jesuiten, die Armeen regierten die Welt.
Sie haben die Hand immer am Griff des Dolches oder Schwertes. Warum sollen wir
sie in den Schoss legen? Gesetzt auch, wir wollten uns mit frommem Glauben auf
bessere Zeiten und mit dem endlichen Siege der Gesinnung begnügen, es würde
nichts helfen. Die Stunde hat ihre dringende Mahnung. Wir wollen träumen und die
Posaune ruft uns vom Lager auf. Es brennt da, wo wir sitzen, über und unter uns.
Es müssen Entschlüsse gefasst werden. Ich gesteh', ich hasse Alles, was unlogisch
ist. Ich hasse auch verkehrte Teorieen und gäben sie sich noch so sehr das
Ansehen der Volksbeglückung. Man will damit nur dem Mute und der Ehrlichkeit
aus dem Wege gehen. Die Frage unserer Zeit ist sehr einfach. Wer sie schwierig
macht, meint es nicht redlich. Schwierig nenn' ich die gewöhnliche ordinaire
Kommunisterei. Solche Sätze hinstellen, die ihre Unmöglichkeit in sich selber
tragen, heißt die Menschen nur verwirren. Man zeigt ihnen hundert Spatzen auf
dem Dache, während einer in der Hand viel vorteilhafter ist.
    Die Kommunisterei ist von Stubenhockern ausgegangen, die unterleibskrank
sind. Rühren und tummeln muss man sich und die Welt für kein Schlaraffenland
halten. Gebratene Tauben in die Luft gemalt, sind geschmacklos. Wir leben in
einem wilden Chaos, in das nie, nie volles Licht kommen wird. Arkadien ist vor
der Schöpfung gewesen und mag nach der Schöpfung kommen. Hier auf Erden gibt es
nur Reibung, Lärm, Zorn, Leidenschaft, Drängen, Stoßen. Das Einzige, was wir
erreichen, ist: Leidliches Glück! Das leidliche Glück muss man am Zipfel
festhalten, wenn's an uns vorübergeht. Es kommt nicht
