 mehr hätte, sagte
Elisi, so sollte sie das Kind nehmen; dass es nicht mehr habe, dafür könne es
nichts, sie hätten ihns erzeugt und erzogen; traurig genug sei es für ihns, dass
man ihns so verwahrloset, dass es so dumm geblieben. Es trat gar deutlich hervor,
dass Elisis ganze Lebenskraft im Maul sich zentralisiert habe.
    Es ist sehr oft der Fall, dass die geistige und körperliche Kraft eines
Menschen sich in ein Glied oder ein Talent zusammenzieht, da Ausgezeichnetes
leistet, im Übrigen aber schwach oder kreuzdumm ist. Man hatte ausgezeichnete
Maler, und nebenbei waren sie einfältige Menschen, man hatte Menschen, denen
alle Kraft in den Füßen lag, schlaff hingen die Arme am Leibe nieder, Hasenfüsse
nannte man sie, kommode Leute, besonders bei einer Retirade. Bei Elisi zogen
alle geistigen und leiblichen Kräfte sich in einem Gliede zusammen, und zwar in
der Zunge. Die Zunge ist ein klein. wunderbar Ding, »ein klein Glied,« wie der
Apostel Jakobus sagt, »und erhebet sich doch gewaltiglich. Siehe ein klein
Feuer, wie einen so großen Haufen Holz zündet es an! Also ist auch die Zunge ein
Feuer, eine Welt voll Ungerechtigkeit; also steht die Zunge unter unsern
Gliedern, welche den ganzen Leib befleckt und zündet das Rad unserer Geburt an
und wird angezündet von der Höllen.« Ja, das ist ein Ding, die Zunge, und zwar
eines von doppelter Natur, ein geistig und ein leiblich Werkzeug, dem Geiste,
dem Leibe unentbehrlich. Es ist aber nichts merkwürdiger als die Wahrnehmung,
dass die Zunge, sobald sie zum herrschenden Gliede im Körper wird, sie sich in
beiden Richtungen, geistig und körperlich, geltend macht und das große Wort
führt. Das Wort »Kaffeeschwestern« ist ein altes, wohlbekanntes, und niemand,
der es hört, ist so einfältig, wenn er es hört, zu glauben, es sei da die Rede
von Schwestern, welche bloß den Kaffee lieben, er weiß alsbald, dass es
zungenfertige Dinger sind, welche nebst Kaffee das Geschwätz lieben über alles.
Es ist halt mit der Zunge akkurat wie mit einem Wagenrad, wird dieses viel
umgetrieben, so muss es auch viel und gut gesalbet werden. Die Sache ist ganz
natürlich; wie Krieger mit dem Degen, fechten die Diplomaten mit der Zunge, sind
aber auch allbekannte Gutschmecker, und diplomatische Mahlzeiten sind
wohlbekannt von alters her. Wenn nun ein ganzes Volk sich auf die Diplomatie
legt und mit Schwadronieren sich befasst, Herrgott, was da gesalbet und
geschmiert werden muss! Man frage einen Waadtländer, der wird auch was erzählen
können über diesen Punkt. Es wird also niemand ungläubig den Kopf schütteln ob
unserer Äußerung über die
