 sind im Werden
und im Sterben, ein Geheimnis, welches kein Sterblicher offenbart, da begreifen
wir, dass wir wandeln müssen im Glauben, nicht im Schauen, dass wir nichts sind
als ein Hauch des Allmächtigen, aber ein wunderbarer, der kommt und schwindet
nach seinem Wohlgefallen. Da fühlen wir, dass alles Wissen und Sagen der
Gelehrten Stückwerk ist und ein kindisch Gerede und nichts Kraft und Macht hat
in den Schauern des Todes und des Grabes als die Verheißung, dass auferstehen
werde in Kraft und Herrlichkeit, was verweslich und in Schwachheit ausgesäet
worden.
    Wenn einer geht ins bessere Land, entsteht wohl eine Lücke in der Welt,
kleiner oder größer, je nach des Menschen Stand und Bedeutung, aber schnell ist
die Lücke zugewachsen in der Welt, schneller noch, als das Gras wächst auf dem
Grabe. Nur die Lücken in den Herzen wachsen nicht zu; wenn sie aufhören zu
bluten, blüht ein freundlicher Gedanke auf, schöner, als je Rosen auf einem
Grabe geblüht.
    So verschwand auch die Base. Die Arbeit, welche sie noch getan, verrichteten
Andere, der Lauf der Welt blieb der gleiche; aber die, welche sie geliebt,
vergaßen sie nimmer, und lange wird kaum ein Tag vergangen sein, dass ihrer
hienieden nicht in Liebe gedacht wurde von denen, denen sie wohl, getan. Sie
ruhte im Grabe im Herrn und darum sicher auch sanft. Desto weniger Ruhe hatte
Joggeli. Beide Kinder, oder statt Elisi vielmehr der Baumwollenhändler (denn was
frug Elisi dem Vater und allem Übrigen nach, seit es der Mutter Schätze
geerbt!), stritten sich um ihn schrecklich; jeder wollte, er solle zu ihm
ziehen, um auf den Händen getragen zu werden, dass sein Fuß an keinen Stein mehr
stoße, wie der Teufel es dem Herrn verhieß, als er ihn verleiten wollte, von der
Zinne des Tempels zu springen. Hier könne er nicht bleiben, so verlassen, wo
niemand zu ihm sehe, ihm begegnen könnte, was da wollte, niemand sich dessen
achte. Nun wollte ihn aber jeder zu sich, darüber entbrannte der Streit. Jeder
wusste, was mit Joggeli zu machen war, wenn man ihn in Händen hatte ungestört,
darum wollte ihn jeder, aber um alles in der Welt nicht, dass er zum Andern
ziehe.
    Johannes stellte ihm vor, wie kurzweilig es bei ihm sei, da habe er den
ganzen Tag Gesellschaft und zu essen, was ihm nur in den Sinn komme; er habe
eine Köchin, wo er ausbieten wolle, sie mache gebackene Fische und saure Leber
trotz dem Koch beim Falken. Der Baumwollenhändler dagegen schilderte grässlich
die Unruhe in einem Wirtshause, wo fast kein Schlaf möglich sei, man auch nie
