 aber auch kein Sohn der
Ewigkeit, sondern ein Kind des Augenblicks; wie ein Irrlicht hüpft im Moor, so
ist sein Wandel durchs Leben, wie ein Irrlicht versinkt im Moor, so sein Leben
im Schlamme der Welt.
    Hat er das Gefundene errungen, mit sich vereint durch der Ehe heilig Band,
dann hat er den ersten Sieg erkämpft. Aber wehe dem, der mit dem Siege allen
Kampf zu Ende glaubt. Das Wahren des Sieges ist oft schwerer als desselben
Erringen, wie ein rascher, kühner Anlauf leichter ist als ein fest und standhaft
Ausharren; diesen Wahn hat mancher Sieger mit Schmach und Tod gebüßt. Jetzt gilt
es, die Ungleichheiten der Seelen auszugleichen, vor der Selbstsucht sich zu
hüten und das innere geistige Band, die Liebe, zu wahren, die da langmütig ist
und freundlich, sich nicht aufbläht, nicht ungebärdig stellt, nicht das Ihre
sucht und sich nicht verbittern lässt.
    Dem Ehemann beginnt so recht eigentlich der Ernst des Lebens, der Kampf mit
der Welt. Wahrscheinlich hat er schon lange mit ihr gehändelt, manch Scherzspiel
mit ihr getrieben, aber so recht mit Bewusstsein beginnt doch erst jetzt die
ernste Schlacht.
    Dem Feldherrn vor beginnen der Schlacht gleicht der Hausvater am Morgen nach
geschlossener Ehe. Wenn bei grauen, dem Morgen am Schlachttage aus seinem Zelte
der Feldherr tritt, ist ernst bewegt sein Herz, prüfend schweift sein Auge
durchs Gefilde, ermisst die Höhen, erforscht die Schluchten, erwägt die Kräfte,
die ruhen hier und dort, schlummern viel, leicht den letzten Schlaf, die bald
sich messen werden in graulichem Gewühle. Er überschlägt den Anfang und denkt an
das Ende. Während er sinnt und denkt, erwacht um ihn die Welt, Schildwachen
rufen, Tritte rasseln, Pferde wiehern, Bajonette blitzen in der aufsteigenden
Sonne, Rauch steigt auf, und zum Aufsitzen ruft die Trompete die Reiter. Des
Tages Getöne verbreitet sich, es erwacht aus seinen Sinnen der Feldherr. Er
rafft sich zusammen, ordnet die Kräfte, ruft zur Schlacht. Über dem Gewirre
wacht sein Auge, mit starker Hand lenkt er dasselbe, rollt es auf, zieht es
zusammen einem Netze gleich, in welchem der Fischer seine Fische fängt. Er
beginnt den Kampf, die Kräfte messen sich, wie ein Wirbelwind wirbelt die
Schlacht durch Schluchten, Felder und Berge. Der Donner der Kanonen erfüllt die
Luft, blutrot färben sich die Waffen, schwarz und dunkel, ein grausig
Leichentuch, legt der Rauch sich über Leichen und Lebendige, verhüllt den Augen
der Gebietenden das Wogen der Schlacht. Da bedarf der Feldherr ein scharfes
Auge, eine feste Seele, um mit starker, sicherer Hand die Wirbel der Schlacht zu
schürzen und zu lösen nach seinem Sinne, sie zu
