 ärgerlich
nachsah.
    »Hm - ja - hm!« sagte er und nahm aus seiner kleinen silbernen Dose eine
entsetzliche Prise - »hm - das ist nicht recht« - das fehlte auch noch, dass sich
solche Holzköpfe um die Wissenschaft bekümmerten. Soll nicht einmal davon reden
- soll weder »Messer« noch »Säge«, wie sich dieser Barbar ausdrückt, an den
schwarzen Kadaver legen dürfen - »ich möchte nur um Gottes willen wissen, wozu
er sonst noch gut wäre?«
    Sander hatte die ganze Verhandlung in wirklich peinlicher Ungeduld mit
angehört. - Was aber konnte er machen? Einen Schritt tun, der auf ihn selbst
den Verdacht lenkte, und dann fliehen? Er hatte erst an diesem Morgen gesehen,
wie die Hinterwäldler einer Spur folgten. Überdies war es ja noch nicht einmal
bestimmt, ob der Mulatte um die Existenz der Insel wirklich wisse, und unnütz
eine solche Gefahr zu laufen, wäre mehr als töricht gewesen. Da brachten ihn
des Farmers letzte Worte und des Doctors Unwillen darüber auf einen neuen
Gedanken. - Vielleicht konnte dieser gewonnen werden ihm beizustehen, wenn er
seine Liebhaberei mit zu Hilfe rief, und nach kurzem Überlegen sagte er, indem
er sich an den grimmig auf und ab laufenden kleinen Mann wandte:
    »Doctor Monrove, ich würde mich nicht über einen Menschen wundern, der weder
von Arznei noch Wissenschaft einen weiteren Begriff hat, als dass Indianphysik
auf die eine und Ricinusöl auf die andere Art wirkt. - Was hält uns denn ab,
doch zu tun, was wir wollen?«
    »Was uns abhält?« rief der Doctor unwillig, indem er stehen blieb und dem
Ratgeber in's Antlitz sah - »was uns abhält? - Haben Sie gesehen, was der
Mensch für Fäuste hat? Liesse sich mit Gewalt dagegen etwas ausrichten?«
    »Nein,« sagte Sander lächelnd - »aber mit List - wenn man da überhaupt
wirkliche List anzuwenden hat, wo es nur gilt, einem solchen mit der Axt
zugehauenen Verstande zu begegnen.«
    »Aber wie?« frug der Doctor und warf einen scheuen Seitenblick auf den
Verwundeten.
    »Er verweigert Ihnen, Hand, oder vielmehr Instrument an den Lebenden zu
legen,« sagte Sander.
    »Ja -«
    »Gut, wenn der Mann nun stürbe.«
    »Aber er stirbt ja nicht,« lamentirte der Doctor. - »Solche Mulatten haben
Katzenleben, und an einer Hirnwunde ist, glaub' ich, noch nicht ein einziger
draufgegangen. - Zähe Naturen sind's, denen das Leben nur im Magen sitzt.«
    »Gut - was hindert Sie dann, es auch dort anzugreifen?« frug ihn Sander
lauernd.
    »Was mich hindert
