 Er wird pfeifen, blasen, atmen,
sprechen, blicken, wie es dem Herrn gefällt, bis er selbst Herr wird. Glaubte es
schon da zu sein, bis ein unbewachter Augenblick mich um die Frucht der langen
Arbeit brachte. -« -«
    »Bis das zähnefletschende Tier zum Herrn ward über den gleissenden
Betrüger.«
    »Sei's! Meinst Du, ich wollte um nichts bei Dir dienen! Die lange Qual, die
es mich kostete, schön zu reden, lieblich zu duften, immer tugendhaft
geschniegelt zu denken, die Glieder und Gedanken zu strecken auf ein Folterbett,
das japste einmal nach Erholung. Nun ist's vorüber.«
    »Schäume aus die Rohheit. Mir wird wohl, dass ich endlich Wahrheit höre.«
    »Willst weiden Dich an Deiner eigenen Vollkommenheit, während Du Einen
siehst den Träbern nachgehen, weil seine Natur ihn trieb. Aber vermeine nicht,
wenn Du mich los bist, wär'st Du frei. Nur vielleicht auf einen Klügern stößt
Du, der zäher ist, und länger in die Schule ging, als ich, dass er sich auch im
Schlaf bewacht. Wahrheit willst Du? Sprich es nur aus, und er wird Dein Ohr mit
plumper nackter Wahrheit, wie Du sie wünschest, täglich bewerfen. Frömmigkeit? O
sie werden in die Messe stürzen - vor Deinen Fenstern nämlich; ihre Reden werden
duften von Gottseligkeit, werden schaudern vor jedem gottlosen Wort, nämlich,
wenn Du es siehst. Nichts leichter, als einen Fürsten betrügen, weil er immer
betrogen sein will. Mein Gängelband riss ab, weil's an eine scharfe Ecke
streifte. Ein Anderer wird es schlaffer halten und desto sicherer.«
    »Nein, Lindenberg, ich gehe fortan allein. - Lache nur in Dich. Der Herr des
Weltalls, der die Würde auf meine Stirn drückte, wird mir auch die Kraft
verleihen. Keinem mehr will ich trauen, ich werde mein eigener Rat sein.«
    »Da wirst Du erst recht betrogen werden. Ja, wär'st Du Dein Vater Johannes
mit seinem Fischblut. Der nahm auch die Miene an, als achte er nicht auf unsere
Reden; in der Stille horchte er und wusste Alles. Er ging seinen graben Weg, und
leckte nicht gegen den Stachel; damit zwang er uns. Du hast Blut und Passionen,
Visionen und Missionen, möchtest über unsere Köpfe spazieren geh'n, Dich zu
freuen an Deiner Höhe und unserer Niedrigkeit. Was nicht Alles besseres möchtest
Du aus uns machen, nur nicht, was wir sind und bleiben wollen, Märker. Der Topf
ist ausgeschüttet, nun kein Blatt mehr vor dem Mund. Meinst Du, dass Einer von
uns an Deinem
