 die
ganze Klerisei hinein mit allen Euren Salben und Öl, Aebte, Bischöfe, Klöster,
Nonnen und Mönche. Und Lauge dazu, bitter salzige und umrühren wollte ich -«
    »Kochen, Base! Ein Feuer darunter, dass der Gottseibeiuns heizen müsste, sonst
werden sie nicht rein.«
    »Das Wasser würde schwarz werden, schon von Euren kleinen Versteck-Sünden,
von der Eitelkeit, der Hoffart, dem Frass, der Gleisnerei und Spiel und Trunk.
Aber Wasser ist genug in der Mark. Abgeschäumt, ich würfe Euch in einen neuen
See. Da sötte ich aus Eure Fleischessünden, doch das ist noch nicht das größte,
Eure Habsucht und Herrschsucht und wie Ihr verredet und verlästert, und nun
wieder umgerührt.«
    »Base, das überlasst dem Teufel,« fiel Peter Melchior ein. »Ihr hieltet den
Geruch nicht aus. Lasst dem Gottseibeiuns, was ihm gehört, ihm ist's ein
Opferduft.«
    Der Dechant hatte mit freundlicher Ruhe der Edelfrau zugehört, ohne auf die
roheren Ausfälle des Ritters zu achten. »Auf diese Weise würden wir also rein
werden vor den Menschen. Wenn wir aber so ausgebleicht vor dem Herrn erschienen,
ob uns dann Petrus noch das Himmelstor öffnen würde? Ob er nicht vielmehr
spräche: Ihr seid zwar rein vor den Menschen, aber die Gnade, die ich Euch
mitgab, ist auch ausgebleicht. Ich erkenne Euch nicht mehr als die, welche ich
aussandte. Vor mir wart Ihr rein, auch in Euren Flecken. Weil Ihr Euch von den
Menschen nach deren Wohlgefallen waschen und putzen liesset, so kehret zu ihnen
zurück. Mir gehört Ihr nicht mehr an.«
    »Da wäre vielleicht etwas dran,« entgegnete die Frau nach einigem Besinnen.
»Aber Ihr wisst auch dem Petrus ein X für ein U zu machen, denn das ist Eure
Hauptsünde, das Wortverdrehen. Aus Süss macht Ihr Sauer und aus Sauer Süss, je
wie's Euch frommt; und was Euch frommt, das macht Ihr zu Gottes Willen. Und was
Ihr uns zeigt, ist nicht, was Ihr versteckt habt, und wenn Ihr einen guten Zweck
habt, nämlich was Ihr so nennt, o da wisst Ihr zu schwänzeln und mit den Augen zu
zwinkern und mit der Zunge zu schlängeln, bis Euch der Teufel auf den Buckel
nimmt und hinträgt. Und das ist alles schön und gut um der guten Absicht
willen.«
    Der Dechant wurde der Mühe zu antworten durch einen kleinen Aufstand
überhoben, welchen die Ankunft des Krämers mit seinem Wagen im Lager veranlasste.
Ein Krämer, der seine Waren auf dem Lande ausbietet, war in jenen Tagen ein
willkommener Gast. Wer nicht kaufen wollte oder konnte, freute sich doch
