 Als rechtmässiger Erbe dieser
Besitzungen steht mir das Recht zu, über dieselben zu verfügen, wie ich es für
gut und zweckmäßige halte. Ich bin kein Fabrikant, kein Kauf- und Handelsherr,
ich bin nur ein schlichter, grader Seemann, dies aber mit Herz und Seele!«
    »Bravo!« rief Gilbert aus, der an der halboffenen Tür hochte. »Jetzt bläht
eine frische Brise doch endlich wieder die Segel.«
    »Daraus folgt,« fuhr Aurel fort, »dass ich diese Fabrik, der wir die
Wiederkehr unseres ehemaligen Wohlstandes zu verdanken haben, nicht leiten kann,
ohne ihr zu schaden, ohne vielleicht das ganze Geschäft zu zerstören und damit
die Quelle unseres gemeinsamen Glückes zu verstopfen. Es ist daher, sofern
Niemand Einspruch tut, mein Wille, dass statt meiner unser ältester Bruder
Martell nicht bloß die Leitung der Fabrik antrete, sondern auch Boberstein mit
allen Pertinenzien als wirklicher Erbe übernehme!«
    »So soll es sein!« sagten sämtliche Anwesende, wie aus einem Munde und
reichten dem neuen Besitzer der großen Herrschaft, der schweigend in ihrer Mitte
saß, die Hände.
    »Unter Martells Leitung,« sprach Aurel weiter, »wird die Fabrik gedeihen und
blühen, allein ich habe noch einen andern wichtigen Vorschlag zu machen, worüber
ich Eure Meinungen zu hören wünsche. Um ihn zu rechtfertigen, muss ich etwas weit
ausholen. Ich erbitte mir also für einige Zeit Eure ungeteilte Aufmerksamkeit!«
    »Es gibt eine sehr große Anzahl Menschen, welche der Überzeugung leben die
Erfindung der Maschinen und deren Verwendung in den verschiedenartigen Fabriken
sei ein unerhörtes Unglück für das gesammte Menschengeschlecht. Seit man sich
ihrer bediene, nehme Armut, Elend, Hunger, Kummer und Verbrechen unter den
niederen Ständen des Volkes auf eine wahrhaft entsetzenerregende und
staatsgefährliche Weise überhand! Es sei daher Pflicht jedes wahren Menschen-
und Volksfreundes, mit aller Kraft auf Abschaffung der Maschinen zu dringen, den
Armen neue Arbeit und hinreichenden Verdienst zu verschaffen und ihnen somit
wieder zu geben den alleinigen Besitz, der ihnen geworden ist, das Kapital des
Fleißes ihrer Hände! - Diese Leute, diese wohlmeinenden, aber kurzsichtigen
Eiferer irren!«
    »Nein, liebe Geschwister und Freunde, die Maschinen sind ein Segen Gottes,
eine Wohltat für die Menschheit! Ihre Beibehaltung, ihre Vermehrung und
Verbesserung muss der Wunsch jedes Biedermannes sein; allein man muss sich ihrer
nur bedienen zur Befreiung, nicht zur Unterjochung der arbeitenden Klassen!
Leider ist letzteres so häufig geschehen und geschieht noch täglich in der
gesammten civilisirten Welt, dass die Verwünschungen derer gerechtfertigt
scheinen, die in den Maschinen den Untergang des Volkes erblicken. Dies muss
anders werden! Aufgeklärte, humane Männer müssen dem Unfuge steuern, welchen
gemeine Eigenliebe und brutaler Speculationsgeist
