 uns liegt als ohnmächtig Flehender,
und bis wir ihn wie einen Hund treten, stoßen, in's Angesicht speien können! Ha,
wäre doch diese Zeit der süßesten Rache schon da! Schade nur, dass er keine
Kinder hat!«
    »Warum? Wolltest Du sie ihm töten?«
    »Tödten? - Nein,« sagte Martell mit entsetzlichem Lächeln. »Der Tod ist eine
Wohltat, keine Strafe; nur das Leben ist Strafe, wenn es recht tief in Elend
eingewickelt wird. Und das, Freunde, glaubt mir, das wollte ich schon besorgen!«
    »Wie denn?« fragte der Hektische, ein Gläschen des berauschenden Getränkes
hinunterstürzend.
    »Hätte der Adrian Jungen, so steckte ich sie unter die Maschinen, grade an
Orten, wo die geringste unzeitige Bewegung unheilbringend ist. Dort müssten sie
herumkrabbeln, bis ihnen nach und nach Hände und Füße zerquetscht würden, wie
meinem Hans, Gott hab' ihn selig und wären sie so recht metodisch zu Krüppeln
gesponnen und gehaspelt worden, dann müssten sie bettelnd am Wege sitzen, alle
Tage harte Worte hören und in einer Stunde tausendmal sterben! Über solcher
Rache könnte ich vielleicht all' das Elend vergessen, das ich mein Lebetag habe
ertragen müssen.«
    »Nicht doch,« fiel ein Anderer ein, »solche Rache wäre grausam und
unmenschlich! Warum unschuldige Kinder mutwillig verstümmeln? Ihn selbst müsste
man unter die Kämme stoßen, und die scharfen Kanten und Zangen ein paarmal über
ihn hinrasseln lassen, dass sein Körper wie ein gepflügtes Ackerland aussähe. Das
wäre ihm gesund und würde ihn von Grund aus heilen.«
    »Du bist im Irrtum, Anton!« erwiderte Martell mit seinem unheimlichen
kalten Lächeln. »Gesetzt, Adrian hätte Kinder, so müsste er seine Missetaten
schlechterdings in der Qual seiner Kinder büßen. Nichts schmerzt heftiger,
länger und tiefer, als die Leiden geliebter Kinder; nichts überwindet ein Vater
schwerer, als die Qualen, die Zufall oder Menschen seinen Kindern zufügen.
Folter ist Genuss gegen solche Pein, und eben weil ich das weiß aus eigener
Erfahrung, müssten mir die Kinder, die Jungen daran! Das würde ihn schon weich
machen!«
    »Und die Mädchen?« fragte der Hektische. »Sollten die zarten kleinen Dinger
auch so gequetscht und zerrissen werden?«
    »Mit ihnen würde ich etwas glimpflicher verfahren,« versetzte Martell.
»Damit sie einen Begriff bekämen von den Lasten und Mühen ihrer armen gedrückten
Mitschwestern und in späteren Jahren, wenn sie nicht mehr Lust hätten, auf
Liebschaften auszugehen, sich etwas erzählen könnten, würde ich sie in den
Kattundruckereien Adalberts in England als Zieher anstellen.«
    »Damit sie dicke Füße, dünne Beine und aufgetriebene Leiber kriegten
