, es sei
meine Aufgabe, Felix das Erbe unserer Familie zu erhalten, ein Beschützer der
Landleute zu bleiben, deren Gebieter ich geworden war, und ich hatte doch
aufgehört mein eigener Herr zu sein. -
    Priesterherrschaft, und Lust an irdischem Besitz für meinen Sohn,
beherrschten mich, ich war ihr Sklave geworden, und Lüge, Feigheit, Heuchelei,
alle Laster des Unfreien kamen über mich. Diese Bande sind auf immerdar
zerrissen. Ich bin ärmer geworden an Hab und Gut, aber ich habe mich selbst
wieder gewonnen, meinen Sohn befreit, und ich werde Dich erringen.
    Die Scheidungsklage hat der Advokat seit gestern für mich den Gerichten
übergeben. Er, wie Julian sind der Ansicht, dass sie mich zwingt, dem Erbe meines
Onkels zu entsagen. Ich bin darauf gefasst, und auch Felix soll dasselbe nie
übernehmen, damit er nicht, wie ich, durch geistige Knechtschaft zu solchen
Qualen gebracht werde, wie ich sie erlitten habe.
    Ich sage mich von dem Katholizismus los und nehme Felix in die Gemeinschaft
der Protestanten hinüber. Mein Sohn soll ein freier Mann werden und keinen
Richter über sein Gewissen haben, als die reinen, einfachen Satzungen des
Christentums, die Jeder als Gesetz in dem eigenen Herzen findet, so lange er in
der Wahrheit und in der Schönheit lebt.
    Was ich gesäet in dem Kreise der Menschen, deren Loos das Schicksal für
wenig Jahre in meine Hände gelegt hat, wird, ich hoffe es zuversichtlich, nicht
verloren sein. Es wird Frucht tragen, und ich denke bald, wenn schon in kleinerm
Kreise, dasselbe Werk zu beginnen, in neuer, starker Freudigkeit und mit Deinem
Beistande, Du Geliebte!
    Der Advokat kennt meinen Wunsch, sobald als möglich frei zu sein, ich will
jedes Opfer bringen, das mich zu dem ersehnten Ziele führt. - Ich werde Berlin
verlassen, um einen kleinen Besitz zu kaufen, auf dem wir vereint leben und
wirken wollen. Sobald ich von Karoline geschieden, sobald ich frei bin, führe
ich Dich in mein Haus und Du wirst es sicher nicht verschmähen darin zu wohnen,
obschon es kein Schloss mehr sein wird. Ich war ein Sklave und unglücklich in den
Schlössern, die ich besaß. Frei und mit Dir! werde ich mich Herr und glücklich
fühlen unter dem bescheidenen Dache eines schlichten Landhauses, und Friede und
Liebe werden schützend und belebend über und in uns tronen.
    Mut und Hoffnung, Geliebte! vertraue mir. Seit ich den rechten Weg für mich
gefunden, habe ich die Gewissheit, auch Du müsstest ihn dafür erkennen und ihn
freudig an meiner Hand betreten. Wir haben in redlicher Absicht geirrt, das war
menschlich und verzeihlich. Zu beharren im Irrtum, wenn man die Wahrheit kennt,
