 den Menschen. Diese Tiere sind
ein Liebreiz der Natur, sie haben Mut, sie schwingen den wolkenbringenden Winden
sich nach in die Lüfte, und alle Lebensgeister in ihnen sind angefacht. So wie
ich mich sehnte damals, mit den Tauben unter Gewittern die Türme zu umkreisen,
so hätte ich gestern auf dem Gaul im Galopp dem gewohnten Schlendrian mich
entreißen mögen. Ich hab es sehr deutlich gefühlt, was diese Frau voraus hat,
dadurch dass sie so einem Reiz kann genügen. Freiheit fühlt sie in allen Gliedern
auf dem Pferd, das sie zu lenken versteht, und wenn es sich bäumt und steigt und
sie lässt so ruhig es gewähren, denn sie weiß, es wird sich gleich fügen, und
jetzt ist sie aufgeregt durch einen Gedanken, so setzt sie dem Gaul die Sporen
in die Seite, und er fliegt wie ihr Geist mit ihr zugleich dem entgegen, was sie
erringen möchte. Ach, wie muss das die Kraft fördern Leibes und der Seele, wie
muss das den Gedanken treiben, dass er gepanzert hervorspringt gleich und drein
schlägt in den Begriff, und wie muss es das Herz heben, das Reiten? - Nur edlen
Naturen gehört das Pferd, kein Vorsatz konnte mich bewegen, auch keine
Vorstellung, keine Belehrung, keine christliche Moral irgend mich selber im Zaum
zu halten, das Gute zu tun, das Böse zu lassen. Aber auf einem Pferd, da würde
ich zu jeder kühnen Tat, auch noch im letzten Augenblick herangesprengt kommen,
denn das würde genievolle Begeisterung in mir anregen. Was ist der Unterschied
zwischen Gott und Menschen? - Dass in ihm alle Lebensreize wach sind, und aber im
Menschen schlafen sie. - Er hebt das Haupt, der Mensch, weil ihm irgend etwas
deucht, - er sucht seine Meinung, er glaubt sie gefunden zu haben; er passt sie
den unbegriffnen Dingen an, die müssen sich danach zurechtsetzen lassen, und den
nennt man einen Weisen, der das Ursprüngliche so lange verkehrt und das
Göttliche durch Schein und Trug ersetzt, damit er sagen könne, von mir geht der
Begriff aus. Und seinen verrückten Plänen fügt man sich denn, er sitzt tief im
Philisterstuhl, aber von dem Feuer eines kühnen Pferdes träumt ihm nichts.
Ebensowenig von der Wahrheit, die ein so lustiger und rascher Gaul ist, der über
Stock und Stein hinaussetzt und ums Ziel siegend herum sich tummelt. Und da
schreien die Leute über den Tollkühnen, der wie wahnsinnig über die Barriere
sprengt, verbotne Wege reitet durch die gefahrvollen brausenden Wellen hinauf
zum steilsten Ufer, gleich wird er verunglücken! Die Feigen wissen nicht, dass
diese tollkühnen Sätze abgemessen sind nach ewigen Gesetzen der Begeisterung,
sie sind gewagt, aber in ihrem Wagen liegt ihr
