 Deiner drinnen gedenken mag, weil
er das einzige ist, das mir in Momenten Dich würdig ersetzen kann, und er
versteht und reflektiert mich doch noch nicht wie Du und kann mich nicht so
belehren und erquicken. Aus einer recht herzlichen offenherzigen Liebe kann doch
nur allein in der Welt etwas werden, und wenn der Menschen Geist sich nicht
recht gewaltig durchdringt und nicht recht muss, so bleibt es eine ewige
Lumpenkrämerei und gibt immer Platteiten. So wie die Elemente sich durchdringen
und die Welt bilden und der Geist und die Welt sich durchdringen und den
Menschen bilden und der Mensch diese Liebe mit einem freien Blick ansieht, und
indem er ihre Notwendigkeit und seine Freiheit in dieser Notwendigkeit
betrachtet, den Gott erkennt und anbetet - alles das ist nur eine herzliche
Liebe, wo diese Liebe nicht ist, da ist die Dummheit und all das Böse, das uns
empört. - Ich kann mich oft recht an dem Gedanken entzücken, dass mir in Dir die
Welt, die mir gegenübersteht, die Welt, die ich gern ansehen und lieben mag, ja
alles, was des Meinigen auf Erden werden sollte, zum Menschen erschaffen worden
ist, der mich wieder aufnimmt in seine Gedanken und sich an meinen Freuden
ergötzt; seitdem kommen alle freundlichen Ideen, die ich denke, zu mir zurück
und denken mich wieder; und was ich anschaue mit Liebe, das schaut mich wieder
so an; seitdem bin ich zur Welt geworden und lebe das Leben, das man mein Leben
nennt, das aber des Lebens Leben selber ist. - Ich habe mich oft unterfangen,
meine Liebe zu Dir zu meinem eignen Werk zu machen, aber es war ein verkehrter
Streich, ich bin das Werk meiner Liebe zu Dir, und nicht diese Liebe mein Werk.
- Meine unglückliche frühere Neigung preise ich jetzt hoch, denn ich habe mich
dadurch erkennen gelernt, und so kann ich Dich in jeder Minute recht verstehen,
und Du brauchst keinen Blick unerwidert in die Welt zu tun; und alles, was von
Dir laut wird, findet einen freundlichen Richter in mir. - Gott will's so haben,
dass wir uns lieben und einander belehren sollen, ich sehe es in allen Dingen und
gebe mich dem offen hin, denn ich will nicht mit der Wahrheit streiten, denn es
ist nicht möglich, sich zu trennen von dem, in dem man sich begriffen fühlt; es
ist undenkbar wie alles Resignieren, was immer nur auf sich selbst verzichten
heißt. - Es resigniert niemand, so wenig als das Wasser resignieren kann Wasser
zu sein, solange es noch Wasser ist. - Und Resignation ist nach meinem Begriff
nichts als eine lächerliche Selbstgefälligkeit in einer notwendigen Veränderung
unseres Selbst, welche Veränderung durch diese lächerliche
