 und Ihrer
Standesgenossen zu schützen.
    Und glauben Sie, dass mir dazu der Wille oder die Kraft fehlt? fragte Walter.
Glauben Sie, dass Jenny's persönlicher Wert nicht die Einwendungen besiegen
würde, die mein Onkel gegen diese Verbindung machen könnte? Er ist der Einzige,
dessen Meinung mir Etwas bedeutet, dessen Ansichten ich schonen möchte, und er
wird den Schritt billigen, wenn er Jenny kennt und meine Liebe für sie. Ich war
glücklich, seit ich denken kann, ich habe Alles, was das Leben schön macht, nur
eine Gattin fehlt mir, mein Glück zu teilen. Da führt ein günstiges Geschick
mir Jenny zu. Ich liebe sie, ich möchte Ihrer Hand mein höchstes Gut verdanken,
und Sie verweigern es mir, weil Sie mich von Vorurteilen nicht frei glauben,
die man in unsrer Zeit kaum noch der Unbildung verzeiht.
    Wollte Gott, es wäre so! sagte der Vater ernst, dann sollte mir kein Gatte
willkommener für Jenny sein, als Sie; Keinem würde ich meine Tochter mit
größerer Zuversicht vertrauen als Ihnen. Diese Erklärung muss Ihnen für meine
volle Achtung bürgen. Bei den Worten reichte er dem Grafen seine Hand, der sie
herzlich drückte. Was aber nun Ihren Antrag und Ihr Verhältnis zu Jenny
betrifft, darin folgen Sie mir. Es gilt das Giück meiner Tochter und das Ihre.
Trauen Sie mir, der ich die Welt und die Menschen länger kenne, als Sie. Ich
betrachte Sie für frei von jeder Verpflichtung gegen uns. Übereilen Sie nichts.
Lassen Sie sich Zeit, die Ansicht Ihres Onkels zu hören, prüfen Sie selbst die
Meinung des Kreises, dem Sie angehören, und wenn Sie dann Ihren Wunsch noch
hegen, wenn Jenny damit einverstanden ist, will ich von Herzen einen Bund
segnen, der in Bezug auf Sie schon jetzt meine vollkommenste Zustimmung hat.
Sind Sie damit zufrieden? fragte er.
    Muss ich nicht? antwortete der Graf, der sich nur ungern in den Gedanken
fand, sein Ziel so weit hinausgeschoben zu sehen, obgleich er fühlte, dass der
Vater seiner Denkart nach nicht anders handeln konnte, und ihn deshalb nur um so
höher schätzte. Aber nur mit Widerstreben verstand er sich dazu, sich gegen
Jenny nicht zu erklären, bis er seinen Onkel von seiner Absicht in Kenntnis
gesetzt und dessen Antwort erhalten haben würde, und er verließ den Greis, um
seinem Onkel schreiben zu gehen. Auch Herr Meyer zog sich zurück, um Eduard
seinerseits von dem Geschehenen zu benachrichtigen. Er machte ihn auf die
glänzenden Verhältnisse, auf den trefflichen Charakter Walter's aufmerksam und
sagte: Dennoch widerstrebt meine innere Überzeugung dieser Verbindung fast eben
so sehr, als einst der mit Reinhard, mit dem Unterschiede, dass
