 Sieg ist unser.
    Gesagt, getan! Der Beschluss des Meetings wird allen Arbeitern mitgeteilt,
und eines schönen Morgens legen alle 30.000 Wollkämmer die Hände in den Schoss,
spazieren auf den Straßen umher, spielen draußen auf den Feldern und freuen sich
ihres Lebens. In der Nacht wird hin und wieder eine Warnung an den Strassenecken
angeschlagen, in der man allen Menschen aus andern Industriezweigen oder einigen
Trotzköpfen unter den Kämmern selbst, die sich dem Beschluss des Meetings
widersetzen und die Arbeit ihrer müßigen Kameraden übernehmen wollen, geradezu
droht, dass man sie in diesem Falle durchprügeln, ihre Häuser demolieren oder
ihnen sonst ein Leid antun werde.
    Hat dieser ruhige Kampf mit den Fabrikherren einige Zeit gedauert, da
schickt man an die Hauptleute eine Deputation ab und lässt sie fragen, ob man den
Arbeitern nachgeben wolle. Wird dies verweigert, da entstehen nicht selten
einige Zusammenrottungen vor den Palästen der Übermütigen. Ein wildes Geschrei
schreckt sie nachts von ihrem Lager auf, Steine fliegen ihnen bisweilen in die
Zimmer, und so setzt man unverdrossen die Agitation fort, indem man alle Mittel
anwendet, die erlaubt sind, und die verbotenen so gut gebraucht, wie das in der
Nähe der Polizei möglich ist.«
    »Und haben die englischen Arbeiter ihre Pläne wirklich wohl einmal
durchgesetzt, haben sie die Fabrikanten wirklich je zum Nachgeben gezwungen?«
    »In vielen Fällen ja.«
    »Aber wovon leben sie denn, wenn sie außer Arbeit sind und nichts mehr
verdienen?«
    »Sie verzehren ihre kleinen Ersparnisse, sie verkaufen oder verpfänden ihre
Betten, Möbel und Gerätschaften und helfen sich einander ohne Unterschied - wie
wahre Helden.«
    »Wenn nun aber das Letzte verzehrt ist?«
    »Da ziehen sie in ganzen Haufen an den Türen der Häuser vorüber und zwingen
die Bewohner gewissermaßen zu Almosen.«
    »Und ist auch das durch die Maßregeln der Polizei unmöglich gemacht und
wollen die Fabrikanten noch immer nicht nachgeben?«
    »Nun, dann sind die Arbeiter freilich besiegt.«
    »Also dann geradeso weit wie vorher?«
    »Allerdings, und bisweilen noch viel unglücklicher, denn nicht allein, dass
es für die nächste Zeit unmöglich wird, den Fabrikanten zu imponieren, und dass
man sich auf Gnade oder Ungnade ergeben muss - nein, in vielen Fällen ist es den
Fabrikherren auch gelungen, in der Zwischenzeit irgendeine neue Erfindung in der
Maschinerie zu machen, welche die Beschäftigung der Hände ersetzt, so dass die
Arbeiter, wenn sie wirklich zu den früheren oder sogar noch zu niedrigeren
Löhnen als bisher arbeiten wollten, gänzlich zurückgewiesen wurden und im
tiefsten Elende umkamen.«
    »Es liegt also auf der Hand, dass die Fabrikanten einen solchen Kampf immer
besser als ihre Arbeiter aushalten können.«
    »Das
