 von uns und bald den andern,
und so wie der erste in die Schlinge gegangen, musste auch der zweite folgen, und
einer unterbot bald den andern, bis wir zuletzt da ankamen, wo wir sind, nämlich
wo der Fabrikherr nichts mehr verdient und der Arbeiter nichts verdient, wo wir
nur noch pro patria et gloria arbeiten, wo wir Märtyrer der Gesellschaft
geworden sind.«
    »Sie meinen also, dass die Konkurrenz an allem Übel schuld ist.«
    »Gewiss, Herr Baron, diese Konkurrenz untereinander - Sie treffen den Nagel
auf den Kopf - die Konkurrenz, das ist der Teufel, die Konkurrenz, zu der uns
die Gesellschaft verleitet, ja zu der sie uns zwingt!«
    »Aber lässt sich diese Konkurrenz denn durch nichts beseitigen?«
    »Ei freilich, Herr Baron, durch das Monopol! Aber die heutige Gesellschaft
schwärmt gar nicht mehr für das Monopol - sie steht sich gar zu gut bei der
freien Konkurrenz - das Monopol beherrscht die Gesellschaft, die frei
untereinander Konkurrierenden gehorchen ihr. Der Monopolist kann tun, was er
will, seine Ware mag teuer und schlecht sein, wenn die Gesellschaft ihren Bedarf
sonst nicht erlangen kann, so muss sie dennoch davon kaufen. Die frei
Konkurrierenden müssen dagegen um die Gunst der Gesellschaft buhlen, und die
Gesellschaft kauft nur von dem, der das Teuere verwohlfeilt, der das Schlechte
verbessert hat. Mit einem Wort: bei dem Monopol hat die Gesellschaft die Qual,
bei der freien Konkurrenz die Wahl. Nein, Herr Baron, mit dem Monopol ist es
vorbei, das eigentliche Monopol liegt schon zu lange in der Rumpelkammer, als
dass man es noch einmal hervorsuchte.«
    »Aber lässt sich nicht ein Mittelding erfinden, was dem Industriellen
emporhilft, ohne die Gesellschaft zu sehr zu inkommodieren, was zwischen dem
unbedingten Monopol und der unbedingt freien Konkurrenz steht? Ich möchte sagen,
dass dies möglich wäre, wenn beide Zustände etwas gemildert würden.«
    »Herr Baron, Sie sind ein weiser Mann. Mit diesen Gedanken gehen wir
deutschen Industriellen schon lange um. Wir sprechen nämlich als echte
Patrioten: wir wollen kein unbedingtes Monopol, aber auch keine unbedingt freie
Konkurrenz, wir lassen Konkurrenzen zu innerhalb der Nation, aber wir verlangen
entschiedenen Schutz gegen die Konkurrenz des Auslandes. Eine ungünstige Lage
und viele unentwickelte Zustände unsres Vaterlandes machen es dem Auslande
möglich, uns stets zu unterbieten und zu ruinieren. Deshalb Schutz gegen das
Ausland! Das ist unsre Rettung, das ist unser Heil. Sie sehen, Herr Baron, ich
bin Verteidiger des Schutzzollsystems. Ich hoffe, Sie sind ganz meiner Meinung.«
    »Nicht so ganz! Mit der Beseitigung der ausländischen Konkurrenz scheint mir
die Sache nur für kurze Zeit gebessert.
