 manchmal gedacht, ob er etwas vom Sterben gefühlt.
Aber es ist seither oft mein Trost gewesen, dass wenn er schon ungesinnet
gestorben ist, er doch so gute Gedanken gehabt hat.«
    »Aber wenn einer über Tisch schlechte Reden geführt, den Geber alles Guten
geärgert, während er seine Gabe genoss, denkt, wie muss es den Hinterlassenen
sein, wenn diese Reden ihnen einfallen, wie muss es dem Sterbenden sein im
Augenblicke des Todes, wo die Gedanken mit unbeschreiblicher Schnelle vor der
Seele wechseln, als ob sie das ganze Leben aufrollen wollten vor selbiger, wenn
er an seine Worte gedenket am letzten Mahle und was für ein Andenken er den
Seinen hinterlässt und was für ein Zeugnis über den Zustand seiner Seele!«
    »Oder wenn man gar in Streit und Zank die Gaben Gottes genossen, in Streit
und Zank auseinandergegangen ist, mit Groll im Herzen, mit bösen Gedanken in der
Seele vielleicht, mit bösen Wünschen auf der Zunge, und Gott rufet einen ab, er
kann nicht Friede machen, nicht abbitten, nicht zurücknehmen, er stirbt
unversöhnt, was meint ihr, muss der Tod nicht wie ein zweischneidend Schwert in
seine Seele fahren, und wie muss es den Seinen sein, und muss es ihnen nicht
allemal, wenn sie zu Tische sitzen, in Sinn kommen, wie einer aus ihrer Mitte im
Unfrieden dahingefahren! Wohin?«
    »So sollte wohl jegliches Mahl in jedem Hause genossen werden als das
letzte, genossen werden, wie Die Kinder Israel das letzte Mahl genossen im
Dienstause des Ägypterlandes, zur Reise in die Wüste bereit, so der Christ
bereit zur Reise ins wüste Tal des Todes, welches zwischen unserem jetzigen
Lande und unserem gelobten Land gelegen ist.« Aber der Geschäfte des Tages, des
gemeinen Lebens Aufregung hindere dies, halte meist den Geist nieder, dass er
nicht aufzuschauen vermöge in die Gebiete des höheren Lebens. »Aber eben darum
sollte man ja nicht versäumen, wenigstens das Mahl, welches die Erneuerung ist
des Mahles, welches der Herr als sein letztes genossen, auch als ein
Abschiedsmahl von dieser Welt zu betrachten. Nicht nur als einen Abschied von
der Sünde, sondern auch als einen Ab, schied von allen, welche uns angehören,
sollte man es betrachten, denken, man müsse nach genommenem Mahle scheiden von
all den Seinen. Hat man für sie gesorget? Seine Schuldigkeit an ihnen getan?
Welchen Namen, welches Andenken lässt man ihnen? Scheidet man im Frieden? Folgen
ihre Tränen uns nach? Bleiben ihre Herzen bei uns? Das sind Fragen, die sich
stellen sollen vor unsere Seelen. Denket euch, zum letzten Male tränket ihr
hienieden mit den Eurigen vom Gewächse des Weinstockes, diesen Abend, wenn die
Sonne
