 Triumph?«
    »Ein grüner Kranz.«
    »Nun wahrlich, Freund, Du bist genügsam, ich erwartete doch wenigstens, mit
einem goldnen Diadem oder einer Rosenkrone Dich geschmückt zu sehen! aber ein
schlichter, grüner Kranz! ....« -
    »Ja, ein schlichter, grüner Kranz!« rief Mario und seine Augen flammten von
tiefem Feuer, »Gold- und Purpur- und Blumenkränze wären ja Lohn, und wer mag
denn dafür belohnt werden, dass er sein Ziel erreicht hat? das Bewusstsein will
er! und der schlichte, grüne Kranz ist ein Symbol des Bewusstseins.«
    »Und das genügt Dir wirklich vollkommen? nach keinem andern Glück verlangst
Du? kein heiterer Genuss des Errungenen würde Dich freuen?«
    »O,« sprach Mario lachend, »was das Verlangen betrifft, so verlange ich ein
ganz foudroyantes Glück - wenigstens! sonst aber nichts! nichts Halbes, nichts
Mittelmässiges, nichts Teilbares, sondern eben - Alles. Und wie es dann mit dem
Genuss beschaffen sein mag - das mögen die Götter wissen, die allein solch Glück
verleihen können. Bis jetzt war streben mein Leben, und der Genuss des Erstrebten
war ein kurzer, rosenrot verträumter Schlaf, aus dem ich noch immer erwacht
bin, begierig nach fernerem Leben.«
    »Und bist Du glücklich mit diesen Gesinnungen? ich meine, abgeschlossen in
Dir, sicher, ruhig, befriedigt?«
    »Glücklich nenne ich nur den, welcher Spielraum findet, all seine Kräfte zu
entwickeln und dadurch sein Wesen zu höchstmöglicher Vollendung zu bringen.
Selten wird es dem Menschen so gut, dass alle seine Knospenanlagen Blüten - noch
seltener, dass sie Früchte werden - es kommen zu viel Stürme! Wenn Du nur fertige
Menschen glücklich nennst, so bin ich nicht glücklich, und werde es dann auch
vielleicht nie werden. Mir scheint, wer in der Jugend abgeschlossen, ist im
Alter verdorrt, oft vor dem Alter - ein versteinter, bemooster Säulenheiliger.
Ich mag keiner sein. Ich will auf der Erde stehen und mit allen Sinnen ihrer
Lieblichkeit mich freuen.«
    »Und Du denkst ernstaft daran, Dich zu verheiraten?«
    »Zuweilen - für die Zukunft. Ich denke, es muss angenehmer sein, eine Sonne
zu werden, um welche ein ganzes Planetensystem sich bewegt, als ein Planet zu
bleiben, der die Familiensonne umkreist. Der Fixstern gefällt mir zwar am Besten
durch seine grandiose Unabhängigkeit; aber die unruhige, bewegliche Seele
verträgt sich nicht mit der Fixstern-Natur.«
    »Doch gehört sie einigermaßen zur Ehe.«
    »Ich meine, die Ehe gibt sie.«
    »Wenn man die Fähigkeit dafür mitbringt.«
    »Diese zu entwickeln, werd' ich
