 die Hand.
    Mit Feldern verkehrte Mario ziemlich viel, obgleich kein tieferes Interesse
Beide verband, als Erinnerung an die lustigen Studentenjahre. Feldern, in
Vermögensumständen beschränkt, mit trocknen Arbeiten überladen, von gewöhnlichen
Fähigkeiten, nur dem Wunsch nachgehend, sobald wie möglich die Geliebte in das
bescheidne eigne Hüttchen zu führen - war ziem lich gleichgültig gegen
allgemeine Verhältnisse, sobald sie nicht auf irgend eine Weise ihn berührten.
Er tat das Nächste, das ihm Vorliegende, pünktlich und treu, aber nur, weil es
eben sein Geschäft war, und ohne Faden daraus zu ziehen, die er zu eigenen We
bereien hätte verbrauchen können. Von Marios rast losem Vorwärtsstreben, von
dessen glühender Teilnahme an jeder Erscheinung der Zeit, von dessen regem
Ehrgeiz, durch selbstständiges Handeln und Wirken mehr zu sein, als eine Null,
welche die Zeit in ihrem großen Rechenexempel gebraucht, um die Zahl voll zu
machen - hatte Feldern keine Vorstellung. »Minister werd' ich doch nicht,« sagte
er einst zu Mario, als dieser ihn gefragt, warum er nicht eine Stelle annehme,
die man ihm, zwar mit überhäufter Arbeit und ohne pecuniäre Verbesserung, aber
in einem höheren Kollegium, vorgeschlagen.
    »Wie kannst Du so genügsam sein!« rief Mario ungeduldig; »warum Du nicht so
gut Minister wie ein Anderer? Als man den nachmaligen Papst Johann XXIII.
fragte, weshalb er nach Rom gehe, antwortete er: um Papst zu werden! und wurde
es. Man muss nur Hand anlegen, und vor allen Dingen die Zuversicht haben, dass in
der Sphäre, die wir durchwandern, das Höchste uns erreichbar sei.«
    »Aber ich bin genügsam, das liegt in meinem Charakter! ein kleines Glück,
nur recht rund, nur recht ruhig, das befriedigt mich. Ein großes würde mich
betäuben, verwirren, trunken machen, und in dem Rausch würde ich es nicht
festhalten können. Und dann der Neid! und dann die Scheelsucht! und dann die
feindlichen Blicke und Worte, die den Glücklichen treffen: Basiliskenaugen bei
Katzenbuckeln! und dann die Launen der Gönner, welche immer sultansmässig mit den
Lieblingen verfahren - die Glücksgöttin selbst nicht ausgenommen - und dann die
innern Anfechtungen ....« -
    »Bester Feldern, nimm's nicht übel, Du sprichst wie ein zaghaftes
Frauenzimmer. Ist denn die ganze, große, reiche, prächtige Welt nicht für uns
Alle da? und nicht bloß als ein Tafelaufsatz von Glas und Porzellan, den wir,
die Hände unterm Tischtuch, bewundern - sondern als eine Arena olympischer
Spiele, wo es zwar Staub gibt, Getöse und Geschrei, Pferdegestampf und
Wagengedränge - aber Triumph am Ziel.«
    »Und was wird uns für den mühsam errungenen
