 dann und hätten ihr Gespött mit dem Unglücklichen, der es zu spät
einsehe, wer es eigentlich gut mit ihm gemeint hätte.
    So kam es Uli manchmal in Sinn, es gehe ihm jetzt gerade so, und doch war er
so oft nicht Meister über sich, und die bösen Stimmen erhielten Gewalt über ihn.
Besonders als nun auch Nachbaren auf Uli aufmerksam wurden und ihr Maul
hineinhängten und den Uli aufzureisen suchten. Einer war Ulis Meister feindlich
und verstund es meisterlich, fremde Dienste anzulocken und sie, wenn er sie
hatte, auszunutzen auf eine unglaubliche Weise. Der tadelte selten einen Knecht,
er rühmte sie, dass die Schwarten krachten, und trieb sie damit zu übermäßigen
Anstengungen und lachte den Buckel voll, wenn sie so recht bysteten und
berzeten. Der hatte nicht ungern, wenn sie hudelten, und sie hatten in seinem
Hause auch Freiheit zu allem Wüsten: Mägde und Knechte konnten miteinander
umgehen wie Eheleute; das behielt Viele trotz des schlechten Lohns bei ihm. Er
streckte ihnen gerne Geld vor, denn wenn sie seine Schuldner waren, so waren sie
auch mehr oder weniger seine Sklaven; die Schulden waren das Seil, an dem er sie
festhielt.
    Diesem Meister hatte Uli schon lange in die Augen geschienen, ganz wie
gemacht für ihn: ein hübscher Lockvogel für Mägde, die nicht ungern in ein Haus
dingen, wo Freiheit ist und ein hübscher Knecht dazu; ein guter Bastesel, der
die Arbeit verstund, aber liederlich war und etwas einfältig, schien eben recht
zum Brauchen und Ausnutzen. Dieser Meister spottete erst, wenn er Uli des
Sonntags daheim sah: Er werde wollen geistlich werden oder in die Versammlungen
gehen! Es gehe auch kurzweilig zu dort, und das auf die Füße Trappen sei noch
nicht abgestellt bei ihnen. Das guselte Uli, dass man ihn für einen Geistlichen
ansehen wollte, und es juckte ihn, recht wüst zu tun, damit man ja nicht glaube,
er sei besser als ein Anderer. Es ist gar merkwürdig, für was alles die Jugend
sich schämen zu müssen glaubt: nicht nur, minder Geld zu haben, minder hübsch zu
sein, minder stark, minder schon gekleidet, sondern es schämen sich gar Viele
auch, minder wüst zu tun als Andere. Doch hielt Uli noch an sich.
    Als der Nachbar mit Spötteln nichts abbrachte, so versuchte derselbe es mit
einem andern Ton. Er begann Uli zu rühmen, wie er afe einer sei und wie ihm
schon lange Keiner unter die Augen gekommen sei, der ihm die Schuhriemen
auflöse. Gerade so einen hätte er schon lange gewünscht, allein er hätte das
Gfell nicht. Es sei nur schade, dass ihn sein Meister hätte; der wüsste nicht, was
er an ihm
