 und dass vom alten Velluti, und dessen
Befreiung die Rede sei. Der Gefangene rang die Hände und brach in ein heiliges,
laut klagendes Weinen aus. »Ich sehe«, rief er nach einer Pause, »ich bin auf
eine schreckliche Weise verloren, mein Verbrechen, falsche Münzen geschlagen zu
haben, wird nun um so mehr geglaubt werden, und obenein zieht man mich nun in
den neuen Prozess hinein! Ihr habt mich bei dieser verruchten Sache schon dem
Gouverneur genannt, man wird weiter forschen, mir die Folter nicht ersparen und
mich dann auf schmähliche Weise hinrichten. Ach Himmel, warum ist es dem
Menschen doch nicht immer vergönnt, einen einfachen und rechtlichen Lebenswandel
zu führen! Ich wäre ja so gern im engsten Kreise froh und zufrieden gewesen.«
    Der Graf suchte ihn zu beruhigen und nach und nach sein Vertrauen zu
gewinnen. Die Freundlichkeit des jungen Mannes, seine Liebenswürdigkeit brachen
auch allgemach den Starrsinn des Verbrechers und lösten seine Verzweiflung auf.
»Ich will Euch vertrauen«, sagte er endlich, »ich lege mein Schicksal in Eure
Hände, wenn Ihr leichtsinnig oder zweideutig seid, bin ich verloren, daran kann
ich nicht zweifeln; aber, wenn Ihr klug sein wollt, so bleibt Ihr ehrlich, denn
Euer Los ist, wenn Ihr mich preisgeben solltet, auch vielleicht geworfen, denn
Ihr seid durchaus ein Fremdling auf dem Boden, den Ihr jetzt zu betreten wagt.«
    Der Graf nannte ihm seinen Namen, Stand, und dass er reich sei, und gesonnen,
eine bedeutende Summe nicht anzusehen, um dies gute Werk, das er sich vorgesetzt,
durchzuführen.
    »Ich hoffe«, sagte Ascanio, »Ihr werdet mich belohnen, aber eine Bedingnis
muss jeder andern vorausgehen.«
    »Und die ist?«
    »Der Gouverneur muss mich freilassen, unbedingt, er muss meinen Pardon
unterschreiben, alles muss zwischen uns abgetan und vergessen sein. Könnt Ihr es
durch Euren Einfluss dahin bringen, so glaube ich Euch die Freiheit und das Leben
Eures Verwandten versprechen zu können.«
    Der Graf erschrak über diesen Vorschlag. »Glaubt mir nur«, rief Ascanio,
»kann das nicht geschehen, so ist alles unmöglich und wir wollen jede Rede
darüber jetzt und für immer abbrechen. Und wenn Ihr mir die Freiheit verschafft
habt, und wenn ich draußen bin und Euch geholfen habe, ist mein Leben noch immer
in Gefahr.«
    »Wer aber steht mir dafür«, sagte der Graf, »wer gibt mir die
Gewährleistung, dass Ihr, sowie Ihr im Freien seid, nicht entflieht, und ich mit
meinem Mühen so weit bin wie jetzt?«
    »Ich weiß nicht«, antwortete der Gefangene, »warum ich Euch mehr
