 am siebzehnten wird sie kommen, Du hast's gesagt, ich soll mit
ihr gehen, und ich wollt ihr's auch nicht abschlagen, - es war schön hier und
vielbedeutend, und was soll ich mich fragen, was in mir geworden ist? Mein Geist
ist voll geheimer Anregung, das ist genug, die Natur hab ich nicht beleidigt und
meine innere Stimme auch nicht verleugnet.
    Was den Geist verleugnet, das versiegt eine Geistesquelle, - Busse ist ein
Wiedersuchen, Wiederfinden dieser Quelle, denn echter Geist strömt Geist, -
Großmut verzeiht alles, aber duldet nicht, was gegen den Geist ist.
    Großmut ist Stammwurzel des Geistes, durch die der Geist einen Leib annimmt,
Handlung wird. Was nicht aus ihr hervorgeht, ist nicht Tugend.
    Großmut dehnt sich willenlos aus über alles, wo sie sich konzentriert, da
ist sie Liebe.
    In der Liebe brennt Deine Seele in der Flamme der Großmut, sonst ist's keine
Liebe. - Nur in der Großmut hat alles Wirklichkeit, weil in ihr allein der Geist
lebt, - so also nur kann die Liebe selig machen. -
    Jede Liebe ist Trieb, sich selbst zu verklären. Wenn nicht dem Liebenden die
Gottheit, die Weisheit das Haupt salbet und die königliche Binde umlegt, da
ist's nicht die wahre Liebe.
    Ein Liebender ist Fürst, die Geister sind ihm untertan, wo er geht und
steht, begleiten sie ihn, sie sind seine Boten und tragen seinen Geist auf den
Geliebten über. -
    Das war meine gestrige Sternenlektion, seit die Rosen in meinem Zimmer
blühen, sprechen sie als mit mir von Liebe.
    Heut morgen hab ich den Rosenstock wieder ans Fenster gestellt, eh die
Studenten kamen, und hab hinter dem Vorhang gelauscht, ob sie wieder
heraufgucken, sie haben sich bemüht, die Rosen zu zählen, einer zählte siebzehn,
der andere fünfzehn, soviel sind grade zu sehen, die andern sind noch zu klein,
- könnt ich jedem eine hinunterwerfen, sie an seine Mütze zu stecken.
    Heut war der Ephraim bei mir, er wusste, dass ich die andre Woche geh, wir
sprachen von meinem Wiederkommen, denn ich bleib nur drei Wochen mit der Lulu
aus. - Wir sprachen von Dir, er sagte soviel Gutes von Dir, er las auch meine
letzten Blätter an Dich, er sagte, man müsse nicht fürchten, dass was man liebe,
einem verloren gehen könne, weil er wohl erkannte, etwas in Deinem Brief mache
mir bang um Dich; er sagte, Du seist einzig in Deiner Art, Du habest eine große
Bahn, und wer nicht andre Wege gehe als die schon gebahnten und angewiesnen, der
sei nicht Dichter. Es sind nicht
