 meine eigne Erhöhung; - wenn ich liebe auch. - Nur: in
der Liebe fühl ich mich flehend wie im Tempel; wenn ich denke, kühn wie ein
Feldherr.«
    »Alles von sich selber verlangen, ist der nächste und unmittelbarste Umgang
mit Gott; dem Göttlichen geben die Sterne die sicherste Gewährleistung für die
Erfüllung eines höheren Willens. - Die dreiste Überzeugung, dass wir unserer
Forderung genug tun sollen.« - So raten uns die Sterne. - Günderode, drum sei ja
mutig zu allem, und endlich kann auch kein falscher Trieb sich dazwischen
durchwuchern, denn die Seele ist ganz erfüllt von eigenem Geist und allein für
ihn tätig.
    Das haben mir die Sterne für Dich gesagt, als ich sie fragte um die tiefen
Lebensgeheimnisse in Deiner Brust, sie wollen, Du sollst Deinen Schild tragen -
kühn und frei über die Lebensgipfel weg. Alles ist Höhe, nichts ist Tiefe. Du
sollst sie schauen, die so hoch sind, vor denen nichts Abgrund ist, was ihr
Licht nicht entbehrt.
    »Es gibt eine Zauberkunst, ihre Hauptgrundlage ist des Geistes fester Wille
zum Mächtigen, der sich auflöst in die Übermacht dessen, was er im Geist
erkennt.«
    So hast Du mir einmal gesagt, und die Sterne haben mich gemahnt, ich soll
Dich dran erinnern.
    »Nie muss man dem Höheren gegenüber selbst etwas wollen, sonst wehrt man sich
gegen den eignen Willen.«
    Das haben die Sterne noch hinzugefügt und mich gemahnt, ich soll Dir das
scharf und eindringlich wieder sagen. -
    Ich leg mir das so aus, der Mensch soll nicht dem eignen Schicksal
nachgehen, denn es gibt kein Schicksal für den Geist als das Göttliche, - diesem
gegenüber sollen wir alles als klein verachten. -
    Noch sagen die Sterne: »Ohne Zauber kann sich der innere Mensch nicht
erscheinen«, - o die Sterne sind gütig, sie sagen viel und Großes und bedeuten
uns, dass wir selber groß sind.
    »Ach, das Endziel aller Wahrheit ist, sie hinzugeben an höhere Wahrheit, sie
ist Zauber, durch den der innere Mensch sich erscheint, sie ist Entwickeln der
göttlichen Natur; der Himmel entwickelt sich aus der Sehnsucht, und aus des
Himmels unendlichem Frieden wird höhere Sehnsucht sich entwickeln; - die
Wahrheit geht hervor aus der Wahrheit und geht über in Wahrheit.
    Das Höchste, was die Wahrheit vermag, ist, sich auflösen in höhere Wahrheit;
- ja, sie sagt Nein! - Verneint sich. -
    Nie darf der Geist sich am höchsten halten, sondern jene muss er höher
halten, auf die er wirkt, denn die befördern ihn - entwicklen ihn.
    Die Wahrheit, die Lieb ist Sklave, der ist Herr, den sie
