 führt das Regiment, und
Kammerfrauen, die begleiten es. Dann ist mir's auch nicht möglich, mit einem
Kind Komödie zu spielen, ich muss mit ihm sein können unter Gottes Schutz, nicht
unter Menschenaufsicht. - Prinzesschen, in Gold und Silber angetan, - zu ihrer
Geburt kommen gute Feen, die sie beschenken, - das erfährt man in Feenmärchen.
Was mögen sie dem feinen Kind alles geschenkt haben? - Gaben, die es noch nicht
zu brauchen weiß, wer wird's ihm lehren? - Scheu! - aber keine scheinheilige, -
ich hab sie vor allem Kinderschicksal, unentfaltet noch in so süßer Knospe
verschlossen, man hat auch Scheu, eine junge Knospe zu berühren, die der
Frühling schwellt. Ein Wiegenkindchen lallt so berührsam wie kein Gespräch mit
Menschen. Nur allein mit Dir ist Sprechen lebendig, wo wir ohne Vor- und
Nachurteil den Gedanken uns auf die Schwingen werfen und jauchzen und gen Himmel
fahren. Um so ein Kinderschicksal möcht ich einen Kreis ziehen, das
Erdenschicksal wollt ich aufheben von ihm, dass es ganz gleichgültig wär, ob ihm
dies oder jenes zuteil werde, und nur sein himmlisch Weisheitsschicksal darf
gelten. Lautere Güte, das ist der Erfrischungsquell für die Kindernatur, aus dem
sie Gesundheit trinkt - und abends, wenn's schlummert, da haucht es Segen, wie
die schlummernden Sträucher auch Segen duften, an denen man hingeht in der
Dämmerung. - Ein Kindchen einwiegen bei Mondenschein, dazu würden mir gewiss
schöne Melodien einfallen, was geht einem die Welt an, die verkehrt ist. Alles,
was ich seh, wie man mit Kindern umgeht, ist Ungerechtigkeit. Nicht Großmut,
nicht Wahrhaftigkeit, nicht freier Wille sind die Nahrung ihrer Seele, es liegt
ein Sklavendruck auf ihnen. Ach, wenn ein Kind nicht innerlich eine Welt hätte,
wo wollt es sich hinretten vor dem Sündenunverstand, der bald den keimenden
Wiesenteppich überschwemmt. - Da sagen die Leute, ein Kind darf nicht alles
wissen. - Wie dumm! - Was es fassen kann, das darf's auch wissen, für was hätte
es die Macht zu begreifen? - Der Geist langt wie eine Pflanze mit jungen Ranken
hinaus in die Lüfte und will was fassen, und da kommt der Unverstand, an den
kann er sich freilich nicht ansaugen, da muss der Kindergeist absterben; sonst,
wie bald würde die Weisheit der Unschuld den Aberwitz der Unverschämtheit
beschämen. Ungeduld und Zorn und Missstimmung werden ihnen wie Autoritäten
entgegengestellt, man schämt sich vor ihnen keiner bösen Regung, vor andern
hütet man sich wohl, da versteckt man die böse Natur, aber vor Kindern nicht,
man denkt, sie begreifen's noch nicht, man sollte doch lieber
