 von Begeisterung, die
zu ihnen strömt als Gegenliebe; denn rein und groß sein im innersten Gewissen,
das ist von dem Leben durchdrungen sein. -
    Man sagt, die große Tat belohnt sich selbst, oder, er hat den Lohn in der
eignen Brust, - und so ist keiner zu ermessen, in dessen Brust dies Verheissen
ewiger Inbrunst zwischen Leben und Lebendem diesen Lohn erzeugt. Es ist der
einsame tiefverborgne Glücksmoment, der keinen Zeugen hat, der nie sich
nachfühlen lässt, den jeder wahrhaft Liebende verschweigt, der ihn über alles
Erdenschicksal hebt, und der auch über alles, was in der Welt anerkannt wird,
ihn stellt, was ihm das Gepräg des Erhabnen gibt.
    Ja, die Grosstaten, die leidenschaftlichen Küsse des Lebens lassen einen
sichtlichen Eindruck zurück, der sich selbst, ich will's glauben, auf Kinder und
Kindeskinder vererbt, denn wo käme der Adel her? - Ist der nicht aus der
heiligen Kraft entsprossen, wo das Leben mit seiner Liebe den Geliebten errungen
hat? - Dies heimliche innerliche Genießen einer den andern ungekannten
Seligkeit? Wo man alles aufgibt, bloß um dem Liebenden - dem Leben zu genügen? -
Ja, das muss wohl auch in der Erscheinung - im Leib sich abdrücken; und man
könnte darauf kommen, in den Gesichtern alter Geschlechter nachzuspüren, was
wohl für eine Art von Begeisterung den Keim zu diesen veredelnden Zügen, zu
dieser erhabenen Vornehmheit legte, ob es kühnes Tun, mutiges oder
selbstverleugnendes war, was diese Liebesopfer einst vom Ahnen heischten - das
ist mir schon bei Arnims Zügen eingefallen -, und ein Mann göttlicher
Leidenschaft fürs Leben, der ist ein Gründer des erhabensten Geschlechts, der
ist ein Fürst unter den Menschen und sollte er selbst in Lumpen unter den
Menschen wandeln, und wer vor diesem Adel nicht Ehrfurcht hat, das ist der
Pöbel, der nimmer zum Adel taugt, weil er das verkennt, was sein Ursprung ist,
ihn also nicht in sich erzeugen kann, er nenne sich Fürst oder Knecht. - Das war
mein Gespräch heut mit den Sternen.
                                                                        Dienstag
Heute ist der siebente Tag, dass ich meinen ersten Brief abschickte, am Samstag
der zweite und heut? - Soll ich diesen schließen und Dir schicken? - Ich mein
als, es sei Dir zuviel vielleicht - das wird aber nicht, ich hab Dir's
versprochen, Dir alles von da oben zu schreiben, Du hast mich mehrmals dazu
aufgefordert, was kann ich davor, dass mir so viel in den Kopf kommt, oder
vielmehr in die Feder, denn, wenn ich glaub, mit einer Zeil fertig zu sein, so
bring ich die selbst nicht aufs Papier vor so viel hundert andern, die sich
dazwischendrängen. So hatt
