 Gerüste der
Falschheit sich stützt, sondern rein aus der Brust mit Gottes Stimme einklingt,
als heiligen Gegensatz aller menschlichen Vorsicht darstellt. Ein Inneres sagt
mir: Wie du den Sternen zusagst, - so sage der innern Stimme auch zu, der nicht
umsonst ein so dringender Laut eingeboren, die fühlbar macht das Unversöhnliche
einer fremden Handlung mit diesem heiteren Umgang der Natur. Nie könnte ich
etwas tun, wo nicht mein eigener Geist ja dazu sagte, und nie sollten mich Folgen
kränken, schienen sie auch noch so herbe, wären sie diesem Vertrauen in die
innere Stimme entsprungen. - Denn Erdenschicksal! - Was ist Erdenschicksal? -
Erhaben kann der Menschengeist nie genug handlen! - Alles kleinliche Denken und
Treiben ist weit größeres Elend, vergeudet viel edleres Gut, als mir je könnt
aus Schicksalstücke geraubt werden. Aber groß handlen heißt nichts als die reine
Gewissensstimme mit der Harmonie der Geister, der Sterne, der Natur einklingen
lassen; klingt sie nicht ein mit ihr, so kann ich nimmermehr mich zu ihr wenden,
nicht den Mond mehr zur Rede stellen, nicht die Sterne, nicht die Nebel, nicht
die Finsternisse mehr durchwandlen und mit Geistern flüchtig durch Wies' und
Fluren schweifen wie mit bekannten und vertrauten Mächten; ich hab kein lebendig
Gefühl mehr zu ihr, zur Natur. Bescheint mich die Sonne, so ist's nicht, weil
sie ihren Geist auf mich richtet und meinem Durst den Kelch der Wahrheit von
ihren Strahlen erfüllt darbietet, und überschau ich wie heute die frisch
gefallne Schneedecke über die Weite hingebreitet, so kann sie mich nur traurig
anglänzen, die das Licht der Sterne so rein in ihren diamantnen Flächen
spiegelt; und in meinem Geist, der von Gott gebildet ist, sein Bild aufzunehmen,
ist dann dies Licht erblindet.
    Was soll's, ob Jugend oder Alter mein Leben genannt werde, wenn die Natur
ihre Sprache mir lehrt, die Geduld nicht mit ihrem Jünger verliert, wenn alles
von Tag zu Tag feuriger mich begeistert bis zum letzten Tag! Welcher von denen,
die mir Jugend absprechen, wird so elektrisch aufblühen, auf welchem Herd werden
so hohe Flammen lodern, und wo wird des Lebens Fülle in hohen Wellen dahin sich
ergießen als in meinem Lebensstrom? - Lasse sie doch, die was wissen von Jugend,
lasse die kalte Welt, die dich berechnet, kleinlich nach Jahren sagen, Du seist
alt oder jung, - wer der Natur vertraut, der lässt von ihr sich umschmelzen,
sooft und wie sie will.
    »Willst du was,« sagen die Sterne, »komm zu uns.« - Das gelobe ich ihnen. -
Wo sollt ich mich auch sonst noch hinwenden? - Wo sollt ich suchen? - Keines
