 einem dicken Stock (der Student nennt ihn
Ziegenhainer) herumschwenkt, ist meiner, er ist immer der erste auf dem Platz,
die andern versammeln sich um ihn und hören zu, was er sagt, er mag wohl das
Haupt einer Burschenschaft sein; er ist so jung und schön, er ist der größte von
allen, wenn er den Mund auftut, kommt eine große Duftwolke heraus, die setzt
sich gleich als Reif an seinen kleinen Bart, mit dem er sehr groß tut, denn er
zieht ihn alle Augenblick durch die Finger. Wir nennen ihn den Blonden, er hat
braunes Haar, er hat aber ein so blondsonnig Gesicht, das mit seinen roten
Backen so freundlich durch den Morgennebel lacht, und dann hat er auch einen
hellen Rock; der Meline ihrer heißt der Braune, der ist ganz blond, aber er hat
einen braunen Rock, dieser trägt eine blaue Mütze mit einer Quaste, die ihm auf
der Nase herumspielt, er sitzt gelassen auf der Mauer und sieht zu, wenn die
andern sich mit Schneeballen werfen, ringen, übereinander wegspringen, dazu
ringelt er sich seine blonden strahlenden Phöbuslocken über die Finger; ich
beneid ihn oft der Meline und wollt ihn mit einem Ansehnlichen aus meinem
Regiment umtauschen, aber sie will ihn nur gegen meinen General, den Blonden,
herausgeben, das will ich nicht. Früh ist's im Hof wie im Elysium, der dichte
Nebel von der Morgensonne angestrahlt, in dem die Gestalten sich bewegen, die
allerlei miteinander hantieren. Wenn's Kolleg aus ist, sehen wir sie wieder
abziehen, da ist ihr Übermut noch größer. Ach, hätt ich doch so ein Regiment, da
wollt ich Dir schon antworten auf Deinen Brief mit Deinen unsinnigen Anklagen
über den Napoleon. - Betet und ihr werdet erhört werden. Ich bete ohne Unterlass,
dass mir doch Flügel wachsen, ich wollt über die Scharen wegfliegen und ihm in
die Zügel fallen. Ach Günderode, Deine fatale Idee, als habe ich eine närrische
Ehrfurcht vor dem Napoleon, peinigt mich, das Ross des Übermuts tobt unter ihm,
es setzt in wildem Feuer über Abgründe und durchfliegt in stolzem Selbstgefühl
die Eb'ne, um über neue zu setzen, dahin eilt er, an den Zeiten vorüber, die
umgewandelt sich nicht mehr erkennen. Die Menschen schlafen ohne Ahnung vom
Erwachen, aber unter seinem brausenden Huf reißen sie plötzlich die Augen auf,
und seine Glorie blendet sie, dass sie sich selber nicht begreifen, ihr dumpfer
Schlaf geht in Taumel über, sie umjauchzen ihn im Gefühl ihrer Trunkenheit.
    In mir ist's wunderlich. Vor Menschen versink ich in mir selbst, vor denen
fühl ich mich nicht, nur wenn ich, durch den ersten
