, wenn die Nichtigkeit mächtiger wird als die Gewalt des Schaffens,
wenn der Stoff des Meisters sich bemeistert, der ihn behandelt.
    Böse ist also der Selbstmord, denn der Willen der Vernichtung ist zeitlich,
und der Gedanke geht in sich selbst zugrund, weil er ein Kleid der Zeitlichkeit
ist, nicht aber eine sichtbare Erscheinung des ewigen Geistes, und hier lehnt
sich der Stoff - die Zeit, gegen seinen Meister (das Schicksal der Ewigkeit)
auf.
    Wenn man aber sagt, der Mensch ist im Guten geboren, so ist dieses wahr,
weil er im Glauben geboren ist; wenn man aber sagt, er hat das Böse nicht,
sondern er zieht es nur an, so ist dieses nicht wahr, denn er hat die Kraft, das
Böse von sich zu stoßen, nicht aber es an sich zu ziehen, denn das Böse ist die
Zeit, und sie dient zur Nahrung für das Göttliche und Ewige, die Zeit aber frisst
die Ewigkeit und den Geist, der ewig sein soll, wenn er sich nicht ihrer
bemächtigt und sich zur Nahrung nimmt; denn das ist das Böse, dass das Zeitliche,
Irdische das ewige Himmlische verschlingt, das Gute aber ist, wenn das ewige
Himmlische das Irdische in sich umwandelt und alles zu Gott in ihm macht.
    Gott aber hat das Zeitliche nicht in sich, denn sein Sein ist die Umwandlung
des Zeitlichen ins Himmlische, weil er aber ist, so ist die Ewigkeit.
    Die Vernunft aber ist eine Säule, festgepflanzt in dem Menschen, sie ist
aber ewig und also eine Stütze des Himmels, und wie sie eingegraben ist in uns
und mit uns eins ist, so geht ihr Haupt in die Wolken, und in ihrer Wurzel liegt
die Zeit, aber wie sich aus dem Stoff der Geist entwickelt, so entwickelt sich
die Ewigkeit aus dieser Zeit und steigt in der Vernunft zur Ewigkeit, und der
Mensch wird durch die Vernunft aus einem Irdischen ein Himmlisches.
 
                                 An die Bettine
                                                                       Frankfurt
Melonen, Ananas, Feigen, Trauben und Pfirsich und die Fülle südlicher Blüten,
die eben in Eurem Hause sorglich verpackt werden, haben mir Lust gemacht, Dir
das Violen- und Narzissensträusschen (Wandel und Treue) beizulegen, ich hätte
mich gern selbst mit hineingelegt. Der Heliotrop mit den Nelken und Jasmin
zusammen ist ein aparter Strauss vom Gontard für Dich, er trug mir auf, es Dir zu
melden. Es ist mir jetzt recht traurig, da Du fort bist. - Das Schicksal frönt
Deiner Zerstreutheit, bei Euch auch ist ein ewiges Wandern, Kommen, Gehen. Ich
bitte Dich, schreib, wie lange Ihr bleibt oder zu bleiben gedenkt. Erst wollt
ich nicht, dass Du hier bliebst, und wärst Du nun schon
