 ihm zusammenfliessen, das ist Geist, dass er
gleich sich verwandle in das, was er berührt, so verwandelt der wahre Geist sich
in die Natur, weil die ihm begegnet allüberall, weil ihr Berühren mit ihm allein
Geist ist, er wär nicht, wär die Natur nicht leidenschaftlich seiner bedürftig,
das eben ruft ihn jeden Augenblick ins Leben, Geist ist fortwährendes
Lebendigwerden, um die Natur zu küssen, seine Formen in sie prägen; die Natur
saugt die Geistesformen in sich, davon lebt sie, und Geist fließt durch alle
Gestalten mit ihr zusammen, so fasst die Natur sich selber in ihren Formen, das
ist eben der ganz göttliche Reiz in ihr, Reiz ist Zauber, wo kann Zauber her
entstehen als durch das Sichselbsterfassen? - Ja, das ist schon wieder was
Neues, das wollen wir morgen besprechen. Heute abend tut mir der Nacken weh vom
Schreiben - das wollt ich nur noch sagen: mein Geist oder durch mich spricht der
Geist mit ihr, und dabei bin ich ganz unregsam, ich besinn mich nicht, ich denk
nichts, ich hab keine Betrachtung, aber nachher kann ich davon erzählen, wie Du
siehst, heut zum erstenmal, also erzeugt das Ineinanderfliessen des Geistes mit
der Natur doch Gedanken, die man nachher hat. - Was sind das aber vor Gedanken,
einer könnt sagen, es sind Lügen oder Dummheiten, Fabeleien und also keine
Gedanken; denn was kann ich's beweisen, oder zu was frommen und führen diese
Gedanken. Ja, das ist es eben, Geistesgedanken berühren nichts, was schon da
ist, sie erzeugen neu, da siehst Du wieder, dass ich recht hab; weil der Geist
und die Natur sich einander berühren, so sind sie fortwährend lebendig und
erzeugen fortwährend neu; denn wir sollen übergehen in ein neu Leben nach diesem
Leben, wie sollen wir's aber anfangen, wenn der Geist sich nicht selber hinüber
erzeugt in die andre Welt? - Er muss sich also selbst wie ein klein Kind im
Mutterleib tragen, er muss mit sich gesegnet (guter Hoffnung) sein und muss sich
nähren, bis er selbst als Frucht in sich reif wird, dann bringt er sich zur
Welt, wo, wie und wann, - das ist alles einerlei; eine reife Frucht kommt
allemal zur Welt, die Welt ist da vor der Frucht, sie kann nicht aus jener Welt,
in das ihr Leben überstrebt, herausfallen, sie kann nur in sie geboren werden.
Der Geist also, der fortwährend mit der Natur sich küsst, das heißt, der ihre
Sprache trinkt, der nährt sich selbst in ihr, um sich zu gebären, die Natur tut
das auch, sie reift sich für die künftige
