 verdammen, was mein
Herz nicht erfüllt, so hätt ich mir selbst mehr gewonnen, und meine Liebe zum
Besten, zum Höchsten hätt die Ungerechtigkeit nicht zur Stütze gehabt, ich weiß
wohl, dass ich im Eifer allem, was mir nicht unmittelbar Lebensnahrung war,
unrecht getan hab. Ich hab mich immer im voraus gewaffnet, da ich nicht wußt, ob
es Streit geben werde; ich hab hundertmal die Wahrheit selbst über die Klinge
springen lassen, wenn ich sagte, dieses oder jenes rege meinen Geist nicht an,
denn alles regt ihn an, ja alles, und ich fühle Deinen Beruf, mich zu leiten,
mich zu lehren mit einer innern Stimme zusammentönend, die mich eben mahnt wie
Du; aber der Drang, mich meiner Leidenschaft zu überlassen, ist so mächtig in
mir, dass ich glaub, eine so starke Stimme überwinden zu wollen ist Unsinn! Nicht
möglich, - nein, nicht möglich ist mir's, auf irgend etwas auch nur mehr
achtzugeben als nur im Vorüberschiffen, so, wie man die Ufer kommen und
schwinden sieht; - mein Blick fängt sie auf und fasset sie scharf, dass ich sie
fest mir einpräge, aber im innern Gefühl nur vorüberstreifend. Das Weiterziehen
liegt mir im Herzen, das Abschiednehmen, wo ich kaum anlange, liegt schon im
Willkomm; und das geringste, was meine Fahrt belangt, sei's nur ein Schiffsseil
teeren, tu ich mit mehr Genuss, als an jenen Ufern der Kunst und des Wissens mich
aufhalten; sollte ihr Sand auch lauter Gold sein, ihre Felsen Diamant und ihr
Tau Perlen. - - Und wo will ich hin? - auf die Insel, wo's Äpfel und Birn gibt,
hätt ich bald gesagt. - Aber ja freilich - dorthin, wo's Moos duftet, wo's
Blüten regnet, wo die Himmelslüfte sprechen, wo der Sommerwind die Äste
schüttelt, wo die Wälder die Nacht in ihren Schatten hüten, dass sie sich
gefangen gibt, solange der Tag weilt, wo auf blühender Wiese die Adler
niederfahren und holen die Jünglinge hinan zum Allvater, dass er ihnen kose einen
Augenblick und wieder sie entlasse zum Spiel am Bach. - Wo die Bienenscharen von
Dichterlippen und in seinen blumensprossenden Tritten Honig sammeln, und wo
Geister lichte Berggipfel umtanzen, wo die Seele sich aufschliesst leis wie eine
Knospe und des Geistes Strahlen in ihrem Kelch eingebettet, wie die goldnen
Staubfäden in der Rose, ihr Leben entwicklen und auch beenden. Dort will ich
hin, das liegt mir im Sinn, nichts wie Blütenmeer, Duft einatmen, Birn speisen
und reife Trauben und süße Pfirsich geteilt mit mir von Doppellippen, ich die
Hälfte, und die er, der heute noch am
