 Hunger, und die Franzosen, wenn sie witzig sind,
so haben sie immer auf was Petillantes oder Gewürztes Appetit, es käme also sehr
auf den Geist an, dass wir am End gern von der Luft leben. - Und unser Tischgebet
soll heißen: Herr, ich esse im Vertrauen, dass es mich nähre, und die alten
Küchenzettel und Bratspiess und Backgeschichten all dem Teufel in die Garküch
geschmissen, dass er den Hals drüber bricht, wir haben keine Zeit, uns dabei
aufzuhalten, geh zum Nachbar und nehm Brot von ihm und nehme die Frucht vom Baum
dazu und vom Opfermahl ein weniges und dulde nicht, dass sich Bedürfnisse des
Mahls bei Dir einnisten zu dieser oder jener Stunde; oder sonst Dinge, die den
Leib abhängig machen. Da fällt mir noch etwas ein, mit dem verdammten Zugwind,
oder mit der Nachtluft, alle Augenblick heißt's: »Hier zieht's!« - Und dann
reißen die Leute aus, als ob ihnen der Tod im Nacken säss, oder der Nachtwind
hindert sie, die nächtliche Natur zu genießen, oder der Abendtau ist ihnen
gefährlich, und doch - hat man je bei einem Gefecht in der Schlacht gesehen, dass
ein Held vor dem Nachttau ausreisse? - Also auch über die Verkältung hinweg im
Nachtwind wie im Sonnenschein sein eigener Herr bleiben, das muss ein Gesetz
unserer schwebenden Religion sein. - Ich weiß nicht, es duftet mir ordentlich im
Geist, als würden wir auf sehr wunderbare Entdeckungen kommen. Jetzt haben wir
schon entdeckt, dass man nicht Aderlassen muss, damit der Stahl im Blute nicht
abgelassen werde, der die Begeisterung der Tapferkeit erzeugt, - da könnte einer
sagen, durch eine Wunde im Krieg könne denn auch dieser Geist des Stahls
entfliehen, so dass ein Tapferer könne zu einem Feigen werden, - dem ist aber
nicht so, denn bei einer Wunde, die in der Begeisterung selbst empfangen wird, da
haucht das Blut selbst Unsterblichkeit aus. Wenn nämlich die Tugend (die
Tapferkeit) wach ist in dem Menschen, das heißt: wenn der Genius in sein Blut
gestiegen ist und kämpft, und er geht auf die Wunde los, die er empfangen soll,
da ist die Kühnheit so Herr, dass keine sklavische Entweichung stattfinden könne,
denn dann ist grad aller Stahl im Blut in den Geist übergegangen, - denn wie
Gott immerdar in jedem Hauch erzeugt, weil er ganz Weisheit ist, so erzeugt auch
das Genie, weil es mit Gottes elektrischer Kette verbunden ist, ewig seine
Schläge empfängt und wieder einschlägt ins Blut. - Ich bitte Dich, wie willst Du
denn die elektrische Kraft erklären, anders, als dass durch Gottes Geist die
Natur zuckt und bis ins Blut geht,
